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Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Monschau und des Geschichtsvereins des Monschauer Landes e. V.


Tuchmachertradition in Monschau
Ein geschichtlicher Überblick
(von Elmar Neuß und Toni Offermann)


Im preußischen Staat: weitere Modernisierung zur Industrialisierung (19. Jh.)

Die Eingliederung in den preußischen Staat 1814/15 war ein erneuter schwerer Schlag. Der mühsam erschlossene französische Markt fiel aus, gleichzeitig bestand bis 1818 eine innerpreußische Zollschranke zum Schutz Altpreußens. Nach dem Fall der Kontinentalsperre strömte billige englische Baumwollware auf die Märkte.

Der in der französischen Zeit eingeleitete Weg zur Mechanisierung und industriellen Fertigung wurde ab 1814/15 fortgesetzt. Dies führte einerseits zu Spezialbetrieben (z.B. Lohnspinnereien), andererseits zu Arbeitslosigkeit. Der Einsatz von Schermaschinen ("Tondeusen") brachte z.B. den hochspezialisierten Berufsstand der Scherer zum Verschwinden. Ähnlich verdrängte für glatte Stoffe ab 1850 der Maschinenwebstuhl den Handwebstuhl, der für gemusterte Stoffe noch länger in Betrieb blieb. In den als Spezialfirmen ausgegliederten Lohnspinnereien waren zum großen Teil Frauen und Kinder beschäftigt. Es entstand eine lokale Lohnarbeiterschaft, die von den nun stark schwankenden Konjunkturverläufen abhängig war. Zwischen 1816 und 1820 reduzierten die großen Firmen ihr Personal um ein Drittel. Von den 1813 tätigen 55 Grobtuchfirmen gaben 30 bis 1819 auf. Die verbliebenen Firmen - jetzt weiter diversifiziert in Spinnereien und Färbereien neben Tuchfabriken - schlossen sich 1825 zum "Handelsstand" zusammen.

Es begann aber auch bereits in den 1820er Jahren die erste Abwanderung von Tuchfabrikanten nach Osteuropa.

Mit staatlicher Förderung entspannte sich die Lage ab den 1820er Jahren durch Umstellung auf feine, leichte Casimir-Stoffe. Dennoch verlor der Standort Monschau von der Mitte des Jahrhunderts an zunehmend den Anschluss an die Entwicklung. In der Enge des Tals waren nur kleinere Dampfmaschinen (erste 1843 Wiesenthal) verwendbar, die dafür notwendige Steinkohle verursachte hohe Transportkosten (Eisenbahnanschluss erst 1885). Schließlich versäumte man die Umstellung weg von der traditionellen Luxus-Modeware auf Massenprodukte.