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Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Monschau und des Geschichtsvereins des Monschauer Landes e. V.


Tuchmachertradition in Monschau
Ein geschichtlicher Überblick
(von Elmar Neuß und Toni Offermann)


Aufbau der Infrastruktur einer Feintuchmanufaktur (Wende 17. zum 18. Jh.)

Während die traditionellen Tuchmacherstädte der Ebene noch mit der Erholung von Kriegsschäden befasst waren, vollzog sich in Monschau der Ausbau eines neuen Produktionsstandortes. Dabei setzte man schon früh auf hochwertige Ware durch Verwendung spanischer Wolle (1718 bezeugt), Färben in der Wolle und Appreturschritte nach dem Walken.

Kennzeichen der Produktion im 18. Jh. war die dezentrale Organisation im Verlag. Der Fabrikant als Verleger besorgte Kauf, Lagerung, Waschen und Färben der Wolle, lagerte Spinnen und Weben an Subunternehmer und Heimarbeiter aus und nahm Walken und Appretur, insbesondere das Scheren, wieder in betriebliche Kontrolle einer Manufaktur. Das Verfahren erhöhte zunächst die Flexibilität des Unternehmers gegenüber Nachfrageschwankung und Modewechsel, indem es die Risiken auf Subunternehmer verlagerte. Die ständig zunehmenden höheren Anforderungen an feine Garne und komplexere Stoffmuster drängten jedoch auf Konzentration und Überwachung auch des Spinnens und Webens in eigenen Fabrikationsstätten, sog. Manufakturen (zeitgenössisch "Fabriquen").

Als Haupthindernis des Standorts erwies sich der Vertrieb, der weitgehend über Hausierhandel im Territorium abgewickelt werden musste.