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Öffnungszeiten:
Fr, Sa & So von
12.00 - 17.00 Uhr
oder nach telefonischer
Vereinbarung unter:
02472-803194

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Monschau und des Geschichtsvereins des Monschauer Landes e. V. |
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Tuchmachertradition in Monschau
Ein geschichtlicher Überblick
(von Elmar Neuß und Toni Offermann)
Umbruch der "Franzosenzeit" (1794-1814): Mechanisierung
Der Einmarsch französischer Revolutionstruppen 1794 brachte den völligen Umbruch aller Lebensverhältnisse und zunächst auch einen tiefen Absturz der Tuchmacherei. Beschlagnahme von Fertigware, Verlust immenser Außenstände, Exportverbote in bisherige Märkte und wertloses Papiergeld trieben Firmen in den Ruin. Der Einbruch offenbarte ein kritisches Strukturmerkmal der Monschauer Firmen: die geringe Eigenkapitaldecke. Fast 50% der Kosten wurden durch Kredite finanziert, das Vermögen steckte in der Produktion ohne Sicherung.
Dennoch ist dieser Einschnitt nicht einfach als Anfang eines kontinuierlichen Niedergangs zu werten, wie das lange als selbstverständlich gesehen wurde. Stagnation und Krise der Monschauer Tuchfabrikation datieren bereits in die frühen 1790er Jahre als Folge des langsamen, aber grundlegenden Umschwungs in der Mode. Seit Mitte der 1780er Jahre begann ein Trend zu leichteren Tuchen (Kaschmirstoffe/"Casimire"), in denen England führend war und die in Monschau spätestens seit 1802 hergestellt wurden.
Nach der Integration der linksrheinischen Gebiete in das französische Kaiserreich 1801 und mit der napoleonischen Wirtschaftsförderung regte sich neuer Unternehmergeist, der sich in Neubauprojekten niederschlug. Sie dienten der Einführung der neuesten Technik, nämlich wasserkraftgetriebener Spinn-, Rau- und Schermaschinen. Die Epoche ist als Übergang in die industrielle Fertigung des 19. Jh. zu werten, die allerdings zu starker Konzentration zu Lasten kleinerer Firmen führte.
Die bis 1814 gelungene Konzentration und Konsolidierung der Feintuchfirmen zeigt sich an neuen massiven Steinbauten, meist in den Randgebieten der Stadt (Wiesenthal 1809, Roter Bau 1815, Ausbau Burgau 1811), die zur Aufstellung von Maschinen geeignet waren.
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