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Alte Artikel, Veranstaltungshinweise und Ausstellungsberichte werden hier nach Jahren geordnet ins Archiv gestellt und können so nachträglich eingesehen werden.







KULTURFESTIVAL in der StädteRegion Aachen 2010
MAGISCHE MOMENTE AUS LICHT UND MUSIK
30. Juli 2010 um 21.00 Uhr in Simmerath/Lammersdorf


Fotos und Eindrücke der Veranstaltung

Neue Wahrnehmungsdimensionen in vollbesetzter Lammersdorfer Pfarrkirche

Lammersdorf. Mit einem poetischen Lichtspektakel und klassischer Musik lockte das Kulturfestival 2010 der Städteregion Aachen viele Besucher in die Katholische Pfarrkirche St. Johannes d. Täufer in Simmerath-Lammersdorf. „Wir versprechen Ihnen unvergessliche Momente, die sie sicherlich verzaubern werden“, versprach Moderator Robert Esser – und schätzte damit den weiteren Verlauf der Veranstaltung durchaus richtig ein. Karl-Heins Herrmanns, Bürgermeister von Simmerath, machte auch in seiner Funktion als Vertreter des Schirmherrn, Städteregionsrat Helmut Etschenberg, bei seiner Begrüßung keinen Hehl aus seiner Begeisterung und dankte der Initiatorin Dr. Nina Mika-Helfmeier, Kulturbeauftragte der Städteregion Aachen und Leiterin des Kunst –und Kulturzentrums Monschau (KuK), die mit ihren vielen innovativen und hochkarätigen Kulturveranstaltungen die Region seit Jahren nachhaltig bereichere. „Dass Sie in diesem Jahr auch Lammersdorf bedachten, freut uns sehr“, so Simmeraths erster Bürger weiter.

Zauberhafte Synthese
Der Lichtkünstler Jörg Rost und sein Team tauchten die Lammersdorfer Kirche und deren Kreuzgang in farbgewaltige Lichtspiele, die den musikalischen Teil der Veranstaltung ideal begleitete und verstärkte. Die russisch-stämmige Sopranistin Maria Mironova, die von der Pianistin Tatiana Kudinova begleitet wurde, nahm die Besucher mit auf eine gelungene musikalische Reise. Ihr Ausflug in die Welt der Arien mit Werken von J. Offenbach, Bellini, Puccini, Gershwin, Verdi, Händel, Villa-Lobos u.v.a., bildeten mit den Illuminationen eine kurzweilige wie auch faszinierende Synthese.
Anspruchsvoll war auch das Programm des Gesangsquartett „Canzona vocale“ mit Gaby Scheidweiler-Pleines (Organistin), Gaby Rosskamp, Ingo Pleines und Hendrik Löhn, die sich als Teil des Lammersdorfer Kirchenchores verstehen. Mit traditionellen Chorwerken aus dem 15. Jahrhundert oder von J. S. Bach und G. F. Händel begeisterten die Sängerinnen und Sänger nicht nur die Lammersdorfer.

Ungläubiges Staunen
Im Anschluss strömten die Besucher hinaus in den milden Sommerabend. Vor und hinter dem Kirchengebäude erwartete sie nicht nur ein in unglaubliches Licht getauchtes Gotteshaus, sondern auch begehbare Lichtinstallationen, die völlig neue Wahrnehmungsmöglichkeiten schufen. Mit Harfe und Cello sowie einem virtuellen Bass der auf einem Baumstamm projiziert wurde, kommunizierten Live-Musiker mit den benachbarten und in geheimnisvolle Farben getauchte Bäume. Ungläubiges Augenwischen, staunendes Raunen oder auch andächtige Konzentration, die im Wechsel der Musik und Farben in den Gesichtern der vielen Besucher abzulesen waren, freuten besonders Dr. Nina Mika-Helfmeier. „Das zeigt mir, dass sich alle Mühen und Anstrengungen gelohnt haben.“
(avl)



Ideale Synthese: die stimmgewaltigen Arien der Sopranistin Maria Mironova und die Lichtinstallationen von Lichtkünstler Jörg Rost in der katholischen Pfarrkirche Lammersdorf.

Foto: van Londen









KULTURFESTIVAL in der StädteRegion Aachen 2010
BELA B Y LOS HELMSTEDT
17. Juli 2010 um 21.00 Uhr am Flughafen Merzbrück


Musikfestival-Beginn: 15.00 Uhr.

Am Samstag, 17. Juli um 21.00 Uhr wird es rockig, da gibt sich in Würselen Herr B die Ehre:
Bela B, Schlagzeuger und Sänger der „Ärzte“ stellt gemeinsam mit seiner Band Los Helmstedt sein neues Solo-Album „Code B“ live in concert vor.

Mit dabei sind: Cosmiterra (Köln), Pencilcase (Aachen), Cosmoses (Aachen/Köln), Peter Sonntag & Final Virus (Aachen/NL) und Big Gee (Köln).

Kostenlose Karten an den bekannten Vorverkausstellen gegen eine VVK-Gebühr von 1,50 Euro erhältlich.

In Kooperation mit JAKOBSHOF, PARKSIDEMUSIC, YOU-GIG.COM und dem Landeplatz Aachen-Merzbrück.








Download Einladung Claire-Lise Holy (PDF, 221 kByte)

CLAIRE-LISE HOLY
Szenenbilder – Figurinen – Details


Eröffnung am 5. Juni 2010 um 16.00 Uhr.
Ausstellungsdauer: 05.06.2010 - 30.06.2010

Es erscheint ein Katalog zur Ausstellung.


Fotos und Eindrücke der Ausstellungseröffnung

Künstlerische Leitung: Dr. Nina Mika-Helfmeier / S16
Eintritt frei!


Claire-Lise Holy - Das szenische Werk
Dr. Jutta Brederhoff

„Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol“, sagt Oscar Wilde in seiner Vorrede zu DORIAN GRAY.

Dies trifft insbesondere auf das Bühnenbild und seine szenische Umsetzung zu. Die Täuschung im Spiel und auf der Bühne ist eine (symbolische) Methode zur Vervielfältigung einer oder unserer Persönlichkeit. Die Wahrheit wird häufig zur Frage eines Stils. Die Täuschung ist eben die Methode im Spiel, um eine Persönlichkeit in vielen Facetten zu zeigen. Und erst dann scheint sie wirklich wahrhaftig zu sein.

Doch dem Theater dient das Leben selbst als die Kunst par excellence. Das ist – so scheint es – das grundsätzliche „Problem“ der Kunst. Sie folgt allerdings auch ihren eigenen Gesetzen und erzwingt das Spiel mit der Maske.

Wie heißt es so treffend in Oscar Wildes DORIAN GRAY: „Nur Dumme urteilen nicht nach dem äußeren Erscheinungsbild. Das wahre Geheimnis
der Welt ist das Sichtbare, nicht das Unsichtbare.“ Man könnte auch mit einer von Oscar Wildes literarischen Figuren sagen: „Die erste Pflicht im Leben besteht darin, so künstlich wie möglich zu sein. Worin die zweite Pflicht besteht hat noch niemand herausgefunden.“

Doch sollten wir nicht auch dem Satz des Autors der Masken und Verstellungen „der Schmerz trägt keine Maske wie die Freude“ Beachtung schenken? „Wo das Geheimnis des Lebens leidvoll ist und nicht mehr Kunst, versagt meistens die Inspiration“.

Das wirklich künstlerisch gestaltete szenische Bild ist auch in der Lage, des Lebens leidvolle Seite in der Gesamtgestaltung von Bühne und Kostüm festzuhalten. E
s erfüllt somit die Ansprüche der szenisch-literarischen Vorgaben und deren gesellschaftliche Forderungen. Die Umsetzungsstrategien von allem Stofflichen und das Raumgefühl von Claire-Lise Holy werden diesen Forderungen in ihren Bühnenentwürfen für das entsprechende Medium – Film, Fernsehen, Bühne – gerecht. Die Kostümentwürfe bieten nahezu ausnahmslos dem Akteur bereits die szenische Gestaltung seiner Rolle in Pose und Geste der Figur an, die häufig schon portraithaft die Gesichtszüge des Schauspielers trägt.

Die detaillierten und minutiös gearbeiteten Blätter oder Modelle und die Kostüme lassen Aktionen vermuten, die unsere eigene Phantasie berühren, bevor die erste „Klappe“ fällt oder der Vorhang sich geöffnet hat.


Phantasie berühren, bevor die erste „Klappe“ fällt

Das szenische Werk von Claire-Lise Holy und Sehenswertes aus dem Modellprojekt „Kleider machen Leute – Tuche kleiden Städte“ im Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen in Monschau

Monschau. „Szenenbilder – Figurinen – Details“ heißt die aktuelle Ausstellung der international anerkannten und bekannten Bühnen- und Kostümbildnerin und Illustratorin Claire-Lise Holy im Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen in Monschau (KuK).

Mit ihren Zeichnungen und Entwürfen für zahlreiche Spielfilme, Fernsehspiele, Theaterproduktionen und kulturelle Dokumentationen, erschließt sich dem Betrachter ein weiterer Mosaikstein des Gesamtkunstwerkes der 2009 verstorbenen Künstlerin. Bereits im vergangenen Jahr präsentierte das KuK eine Ausstellung mit ihren Zeichnungen und Poesie von Dieter Leisegang. Die Zeichnungen der in der Schweiz lebenden Künstlerin korrespondierten mit Texten ihres Ehemanns, dem Dichter Dieter Leisegang im zur Ausstellung erschienen Buch «In Begleitung,» wie im Übrigen auch der Titel der Ausstellung lautete.

Die aktuelle Ausstellung im KuK vom 5. Juni bis zum 30. Juli bietet Holy‘s Zeichnungen und Bühnenbildentwürfen eine eindrucksvolle Plattform. Dr. Nina Mika Helfmeier, Leiterin der Stabsstelle Kultur, Empirische Forschung und Gleichstellung der Städteregion Aachen und Leiterin des KuK, eröffnete die Vernissage, zu der trotz des sommerhaften Wetters viele Interessierte gefunden hatten. „Ich möchte mich besonders bei den politisch Verantwortlichen des Städteregionalrates für die großartige – auch finanzielle – Unterstützung bedanken. Ohne diese Hilfe wäre unsere Arbeit im KuK undenkbar.“ Dr. Jutta Brederhoff verstand es mit ihrer Eröffnungsrede ausgezeichnet, Hintergründe und persönliches zu Claire-Lise Holy interessant und vielschichtig lebendig werden zu lassen.

Besonderes Umsetzungstalent
Claire-Lise Holys Szenenbilder berücksichtigen immer die speziellen Gegebenheiten des Mediums. Ihre Farbgestaltungen hat sie in Lichtempfindlichkeit und Einstellungen bereits auf die elektronische Kamera eingestellt. Besonders beeindruckt ihr charakteristisches Umsetzungstalent von allem Stofflichen und durch ihr Raumgefühl, aber auch mit ihrer Stilsicherheit und den Detailkenntnissen der jeweiligen Zeit, ihrer Moden und ihres Geistes. Profitieren konnte sie bei ihrer Arbeit auch die Fähigkeit sowohl Bühnenbild als auch Kostüme zu gestalten.

Claire-Lise Holy  (1938-2009) wurde in Saarbrücken geboren. Zwischen 1956 bis 1961 absolvierte sie ihr Studium der Grafik in Genf, der Malerei in München und der Illustration in Wiesbaden.

In den Jahren 1964 bis 1973 erfolgten wiederholte Studienaufenthalte bei der Fernsehgesellschaft CBS in New York. Seit 1962 war die Künstlerin auch als Bühnen- und Kostümbildnerin in den Bereichen Kultur (Musikfilm), Fernsehspiel und Spielfilm tätig. Neben dieser Tätigkeit - vorwiegend für das Fernsehen und freie Filmproduktionen - ist Claire-Lise Leisegang-Holy auch als freie Künstlerin hervorgetreten. Wichtige Einzelausstellungen unter anderen waren 1975 in der grafischen Sammlung der ETH Zürich, 1980 im Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen und 1990/2001 in der Galerie Haasner in Wiesbaden.

Textile Kunst
Seit Februar dieses Jahres sind vier Schulen aus dem Aachener Raum sowie eine Schule aus Eupen künstlerisch im Rahmen des Modellprojektes des Landes NRW „Kleider machen Leute - Tuche kleiden Städte“ kreativ. Initiatorin Dr. Nina Mika-Helfmeier hat dieses Projekt zusammen mit der Aachener Künstlerin Monika Nordhauser umgesetzt. Jede Schule hat mit eigenen Projekten das Thema aufgegriffen. Zeitgleich mit der Ausstellung von Claire-Lise Holy sind auf den Etagen des KuK eindrucksvolle und unterschiedlichste Arbeiten der Schüler zu sehen. „In dem Projekt für die Grundschüler ging es darum, eigene Geschmacksurteile auszubilden, um die Zusammenhänge zwischen dem eigenen Kleidungshandeln im Alltag und der Entstehung von Mustern und Stoffen zu verstehen», erklärt Monika Nordhausen. Die Schüler aus Imgenbroich beschäftigten sich mit Musterbüchern aus den 50er und 60er Jahren. „Tuche kleiden Städte“ ist das Thema, dem sich die sechste Jahrgangsstufe der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula Monschau widmete. Dort übernimmt die Architektur neben der Mode eine wichtige Rolle. Angeregt durch einen Besuch im Roten Haus haben die Schüler Fahnen mit ihren eigenen Silhouetten entworfen, die an Monschauer Schauplätzen, die mit der Tuchmacherindustrie in Verbindung stehen, präsentiert werden. Vorbild ist ein Kunstprojekt in Hamburg. „Das ist eine ganz andere Form der Motivation für die Kinder“, sind sich die Projektleiterinnen einig. (avl)


v.l.n.r.: Der Literat und Ehemann der verstorbenen Claire-Lise Holy, Dieter Leisegang, Dr. Jutta Brederhoff, die Aachener Künstlerin Monika Nordhausen, Dr. Nina Mika-Helfmeier und Landtagsabgeordneter Werner Krickel (die Grünen) während der Vernissage der vielseitigen Künstlerin.

Foto: van Londen








Download Einladung Maren Dubnick / Maren Ortmann (PDF, 980 kByte)


MAREN DUBNICK - ÈPAISSISSEMENT
MONIKA ORTMANN - FÄDELWERK


Eröffnung am 8. Mai 2010 um 16.00 Uhr, die Künstlerinnen sind anwesend.
Ausstellungsdauer: 08.05.2010 - 30.06.2010

Es erscheint ein Katalog zur Ausstellung.

Fotos und Eindrücke der Ausstellungseröffnung

Künstlerische Leitung: Dr. Nina Mika-Helfmeier / S16
Eintritt frei!




Spannende Kunst rund um Stoffe und Mode

Monschau. Überraschung und Begeisterung war mehrheitlich in den Gesichtern der Vernissage-Besucher der Ausstellung „Èpaississement“ von Maren Dubnick und „Fädelwerk“ von Monika Ortmann im Kunst- und Kulturzentrum Monschau abzulesen. Wer eine beschauliche Auseinandersetzung mit der Mode und Textiler Kunst erwartete, wurde eines Besseren belehrt. Spannend, unorthodox, farb- und formgewaltig – mit großen Rauminstallationen bis hin zu überraschenden Kleinstobjekten – vermitteln die beiden Künstlerinnen einen sehenswerten Einblick rund um Kleider, Stoffe und Mode.

Begehbare Installationen
Monika Ortmann zeigt Installationen der Vergänglichkeit und Schönheit. In einem Raum, zwischen Decke und Wänden, spannt sie ein großes, unregelmäßiges Netzgebilde aus zerschnittenen und untereinander verknoteten Netzstrumpfhosen. Dem Besucher zeigt sich ein fragiles Kunstwerk aus unterschiedlich trapezförmigen dunklen Flächen und weißen Löchern. Die Themen „Netz“ und „Netzwerk“, durchgehendes Element in den Arbeiten Monika Ortmanns, werden in „Coco geht aus“ zum Hauptthema gemacht. Spielerisch sprechen Kunstobjekt und Performance die dem Begriff innewohnenden gegensätzlichen Bedeutungen an: von den negativen Aspekten der Umzingelung, des Gefangenseins, der Verstrickung und Lebensgefahr bis hin zu den positiven Aspekten der Halt gebenden Funktion, der Sicherheit, des Auffangens, des Eingebundenseins in ein Netzwerk. In einem weiteren Raum schmiegen sich unterhalb der Decke gespannte Schnüre aus Papier, an Kleider. Schwebend, leicht und luftig wirken die Installationen. Eine Schwarzlicht-Installation taucht die Zone D und die aus weißem Papier gestalteten Installationselemente in eine mystisch, traumhaft-entrückte Stimmung. Ein Kleid, ein Schuhpaar, eine liegende, kokonartig verpuppte Figur und Schwärme an Faltern, die den Fußboden übersäen, leuchten scheinbar von innen heraus. Vergänglichkeit, Veränderung, Entwicklung sind wichtige Themen der Künstlerin. Auch ihre Kunstobjekte sind in ständiger Veränderung und Entwicklung. Dabei sieht sie ihre Installationen, die selbstverständlich begehbar sind, als fortlaufenden Kunstprozess. Jede Installation bleibt in ihrer Gestaltung an ihrem jeweiligen Präsentationsort – so auch in den Räumen des Monschauer Kunst- und Kulturzentrums – einzigartig.

Zeit um den Finger wickeln
Kilometer an Geduld, ständige Bewegung und ein Zeitvertreib werden bei Maren Dubnick zu Skulpturen. Näh- und Häkelnadeln, Dosenöffner, Krawattenbügel, Turnringe, Bootsmasten, Fahnenstangen, Druckwalzen – all diese biegsamen Senkrechten oder starren Kreisformen sind für die Künstlerin geeignet, um sie mit Garn oder Schnur, Nylon oder Hanf zu umwickeln. Dem Feinen Volumen geben, ihm Muskeln verleihen, bis man die ursprüngliche Funktion vergisst, sind dabei ihre Beweggründe. Ein umwickelter Golfschläger oder Fahnenmast auf der einen Seite und einige kleinere serielle Objekte wie mit Garn verdickte Nadeln in ihren Mappen auf der anderen Seite: immer dienen sie – auch als Skizzen oder Maßstabsstudien für weitere, ehrgeizige Projekte, wie beispielsweise Industrieschornsteine, die nur von der Hand einer Riesin umwickelt werden können. Mit jeder ihrer Arbeiten lässt Maren Dubnick die Betrachter fühlen, wie sie die Zeit um die Finger wickelt, sie ein bisschen verdichtet und ihre Vergänglichkeit vergessen macht.

Die vielen verschiedenen Aspekte rund um Kleider, Stoffe und Mode greift das Projekt «Kleider machen Leute» auf, welches das KuK-Zentrum und die Stabsstelle für Kultur der Städteregion Aachen initiiert hat. In diesem Kontext konnte deren Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier die beiden Künstlerinnen für eine Gemeinschaftsausstellung im KuK Monschau gewinnen. Bei der Eröffnung verzichtete sie darauf, die Künstlerinnen und ihre Arbeiten in der üblichen Form einer Laudatio vorzustellen. Anstelle dessen, vermittelte sie wohltuend erfrischend alles Wissenswerte durch ein öffentlich geführtes Interview.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Juni auf der ersten Etage des Kunst- und Kulturzentrums in Monschau zu sehen. (avl)

Fotos und Text: van Londen









Download Einladung Jean Nicolas Ponsart (PDF, 468 kByte)


DAS LITHOGRAPHISCHE WERK VON JEAN NICOLAS PONSART (1788 - 1870)


Eröffnung am 27. März 2010 um 16.00 Uhr im KuK.
Ausstellungsdauer: 27.03.2010 - 02.05.2010

Mit der Präsentation der Lithographien von Ponsart aus Malmedy wird ein Künstler des 19. Jahrhunderts vorgestellt, der sich in seinem Werk überwiegend mit der Region zwischen Maas, Rhein und Mosel auseinandergesetzt hat. Seit den 1820er Jahren machte er sich auf, repräsentative Neubauten in Aachen, wenig bekannte Altertümer der Eifel, Naturschönheiten des Ahrtals und all dies in seiner wallonischen Heimat zu erkunden und künstlerisch zu gestalten.

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Dokumentation der Arbeiten von Jean Nicolas Ponsart.

Fotos und Eindrücke der Ausstellungseröffnung

Künstlerische Leitung: Dr. Nina Mika-Helfmeier / S16
Eintritt frei!


Lithographisches Können und zeitgenössische Musik

Das KuK der StädteRegion Aachen in Monschau überzeugte mit einer facettenreichen Eröffnungsveranstaltung.

Monschau. Gleich zwei künstlerische Höhepunkte bot das Kunst- und Kulturzentrum Monschau (KuK) den vielen interessierten Besuchern auf der Vernissage zur aktuellen Ausstellung „Das lithographische Werk von Jean Nicolas Ponsart (1788 – 1870)“.

Neben der Präsentation der Lithographien des aus Malmedy stammenden Jean Nicolas Ponsart präsentierte am frühen Abend die KuK Stipendiatin Giselle Cleres Eigenkompositionen aus der Zeit ihres Monschauer Stipendiums.

„Mein ganz besonderer Dank“, so die künstlerische Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier bei der Begrüßung, „gilt Hans-Gerd Lauscher. Ohne sie, wäre diese schöne Ausstellung nie zustande gekommen.“ In akribischer Arbeit führt Hans-Gerd Lauscher vom Vorstand des Monschauer Geschichtsvereins redaktionell durch die begleitende Dokumentation zur Ausstellung – einem aufwendig gestalteten 100-seitigen Katalog. „Das Zustandekommen einer solch umfassenden Ausstellung ist vor allem der Initiative und Beharrlichkeit der Leiterin des KuK-Zentrums, Frau Dr. Nina Mika-Helfmeier, zu verdanken“, erklärte Hans-Gerd Lauscher. Der umfangreiche Katalog wurde kompetent von Bernd Held gestaltet. Der anlässlich einer Ponsart-Ausstellung im Kreismuseum Blankenheim 1988 erstmals erschienene Text wurde überarbeitet und erweitert, im Anhang zahlreiche Abbildungen hinzugefügt. Heinz Frenz und Klaus Ring förderten durch ihre Mithilfe den Neudruck. Auch an die freundliche Unterstützung von Kennern und Freunden Ponsarts – den verstorbenen Simone Villers, Walter Kaefer und Albert Fagnoul aus Malmedy, erinnerte Hans-Gerd Lauscher.

Mit der ausschließlichen Präsentation der Lithographien von Jean Nicolas Ponsart (1788 – 1870 ) aus Malmedy wird ein Künstler des 19. Jahrhunderts vorgestellt, der sich in seinem Werk überwiegend mit der Region zwischen Maas, Rhein und Mosel auseinandergesetzt hat. Seit den 1820er Jahren machte er sich auf, repräsentative Neubauten in Aachen, wenig bekannte Altertümer der Eifel, Naturschönheiten des Ahrtals und all dies in seiner wallonischen Heimat zu erkunden und künstlerisch zu gestalten.

In die Kunstgeschichte eingegangen ist Ponsart vor allem als ein Meister der Lithographie. Während er sich in seinen Anfängen noch auf das Zeichnen beschränkte, ja sogar seinem Künstlerfreund Madou aus Brüssel das Entwerfen der Figuren überließ, übernahm das schwierige, seitenverkehrte Übertragen der Zeichnungen auf den Stein schließlich selber. Wer heute mit geschärftem Blick für harte Tatsachen die mehr als 160 Jahre alten Lithographien von Ponsart betrachtet, ist geneigt, sie allesamt als romantisch verklärende und biedermeierlich verharmlosende Reminiszenzen einer versunkenen Zeit anzusehen. Dabei wird nur allzu leicht der dokumentarische Wert seines zwischen 1826 und 1852 entstandenen Werkes übersehen, den schon seine Zeitgenossen erkannten, wenn sie in seinen zahlreichen Ansichten mittelalterlicher Burgen die baulichen Überreste vergangener Zeiten naturgetreu bewahrt wussten.

Musikalischer Leckerbissen
Mit „Chansons á coer joie“ überschieb die KuK-Stipendiatin, Giselle Cleres, ihren Solo-Auftritt. Am Piano und zur Gitarre präsentierte sie mit ihrer eigenwilligen, wie auch faszinierenden Stimme Eigenkompositionen aus der Welt des Jazz und des Chansons. „Chan-songs“ nennt sie ihre Werke und trifft damit scheinbar exakt einen wichtigen musikalischen Nerv ihrer Zuhörer. Vor vollbesetztem Veranstaltungsraum gelang es ihr, die Welt um sie herum zu verzaubern.

Eine CD mit ihren Liedern und der Katalog zu den Arbeiten von Jean Nicolas Ponsart sind im Monschauer Kunst- und Kulturzentrum für eine Schutzgebühr von 5 € und 10 € zu erwerben.

Fotos und Text: van Londen









Download Einladung Harry Schnitger (PDF, 1,6 MByte)


AUGENHÖHE – Portraits & Reportagen von Harry Schnitger


Eröffnung am 17. April 2010 um 16.00 Uhr, der Künstler ist anwesend.
Ausstellungsdauer: 17.04.2010 - 25.05.2010

Es erscheint ein Katalog zur Ausstellung.

Fotos und Eindrücke der Ausstellungseröffnung

Künstlerische Leitung: Dr. Nina Mika-Helfmeier / S16
Eintritt frei!







Download Einladung Jean-Pierre Bredo (PDF, 162,9 kByte)
Download Einladung Marie von Heyl (PDF, 189,7 kByte)


Ausstellung der beiden Montjoie-Stipendiaten
JEAN-PIERRE BREDO
und
MARIE VON HEYL


Eröffnung am 20. Februar 2010 um 16.00 Uhr im KuK.
Ausstellungsdauer: 20.02.2010 - 11.04.2010

Jean-Pierre Bredo – Montjoie-Stipendiat 2010: Seit nun zehn Jahren beschäftigt sich Jean-Pierre Bredo (Absolvent der Académie Royale des Beaux-Arts in Brüssel) künstlerisch-thematisch mit dem hochbrisanten Problem der Gegensätze, unter dem sein Herkunftsland leidet: Die belgische Union – früher einmal ein europäisches Modell für multinationale Gemeinschaft – wird immer wieder in Frage gestellt.
Für Bredo ist dies auch eine Frage der persönlichen Identität. Es ist ein Spiel mit den belgischen Farben – schwarz, gelb, rot – das die Kunst von Bredo prägt. Die Farben für eine Utopie?

Marie von Heyl – Montjoie-Stipendiatin 2010: In Serien angelegte Tuschezeichnungen bilden den Schwerpunkt in Marie von Heyls künstlerischer Arbeit. Ausgangspunkt für ihre detailreichen Zeichnungen ist oft Bildmaterial aus Kunst-, Wissenschafts- und Religionsgeschichte. Dieses kann visuell genauso wie inhaltlich Anstoß für ihre Arbeit sein. Das gefundene Material vermengt sich auf dem Papier mit einer sehr persönlichen Motivik und Zeichensprache, die mit einer inhaltlichen und symbolischen Aufladung von Gesten und Gegenständen arbeitet, wie sie auch in der Religionsgeschichte vorkommt. Doch diese Symbole verharren in Andeutungen und verweigern sich einer Auflösung, was sie ins Traumhafte, Surrealistische verkehrt.


Ausstellungseröffnung Fotogallerie


Projektleitung: Dr. Nina Mika-Helfmeier / S16
Eintritt frei!



Fulminanter Start in ein neues Jahr voller Kunst

Erste Ausstellungseröffnung 2010 im KuK fand große Beachtung - Stipendiaten eröffnen neue Horizonte - Künstlerische Positionen überzeugen und animieren zum Hinterfragen.

Monschau. Mit gleich drei starken Künstlern startet das Monschauer Kunst- und Kulturzentrum (KuK) in seine diesjährige Ausstellungsreihe. Auf der ausgesprochen gut besuchten Vernissage, beeindruckten die drei aktuellen Montjoie-Stipendiaten Marie von Heyl, Jean-Pierre Bredo und Giselle Cleres mit ihren ausgewöhnlichen Positionen. 

Zu den vielen interessierten Besuchern gehörte neben zahlreichen Kommunal-Politikern, auch die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Bettina Herlitzius. Hans-Josef Hilsenbeck, stellvertretender Städteregionalrat und Francis Feidler, künstlerischer Leiter des IKOP, Eupen, attestierten dem KuK und dem KuK-Stipendium einen großartigen Erfolg, der über die Region und das benachbarte Ausland hinaus strahlt. „Auch in Zeiten knapper Kassen, müssen und wollen wir die KuK-Projekte nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützen“, versprach Hans-Josef Hilsenbeck für die Städteregion Aachen.  Sein besonderer Dank, galt der Ideengeberin und künstlerischen Leiterin des KuK, Dr. Nina Mika-Helfmeier. „Was in der Politik die Wahlen sind, ist für den Künstler die Ausstellung. Wichtig für den Erfolg ist dabei immer, ob man die Menschen erreicht. Den drei KuK-Stipendiaten ist dies bestens gelungen“, so der Politiker weiter.

Das Ziel des seit 2004 initiierten KuK Stipendiums besteht in der Vermittlung künstlerischer Positionen, die das KuK als wesentliche Beiträge zur zeitgenössischen Kunst erachtet und in der Schaffung eines Ortes für die Kommunikation und den Dialog zwischen den Künstlern und den KuK-Besuchern. Eine besondere Aufmerksamkeit gilt dabei unkonventionellen Formen in allen Bereichen der bildenden Kunst. Die grundlegende Idee des Stipendiums besteht darin, dem künstlerischen Prozess Raum und Zeit zu geben. Die eingeladenen Künstler entwickeln speziell für das KuK ein Konzept und realisieren es mit der Unterstützung des Kunst und Kulturzentrums. Wichtig ist, dass der jeweilige künstlerische Standpunkt eine eigene Transparenz erreicht,

Surreal bis Absurd
Die in Stuttgart geborene und heute in Berlin lebende Marie von Heyl, präsentierte u.a. die Serie ihrer jüngsten Tuschezeichnungen: die aus dem Jahre 2009 stammende Serie „crossing my fingers“. Die dargestellten Figuren agieren in den surreal anmutenden Szenen völlig losgelöst von eindeutigen räumlichen Markierungen. Die einzelnen Figuren, Zeichnungen, Motive und Elemente ihrer Zeichenserien schöpfen sich jeweils aus einem großen Vorrat an Abbildungen aus Kunst-, Wissenschaft- und Religionsgeschichte. Die ikonographisch verwandten Formen aus künstlerischen wie wissenschaftlichen Kontext, dienen ihr keineswegs als Vorlage einer eins zu eins Übertragung auf die Bildfläche; Sie geben lediglich eine grobe Richtung in den jeweiligen Zeichenserien vor. Marie von Heyl ist in ihrer Arbeit immer auf der Suche nach Mystik, dem Zauber des Alltäglichen. Sie sucht dabei nach Situationen und Geschichten ebenso wie nach Formen. Beides, die Erzählung wie auch die Form sind in ihren Bildern gleichberechtigt. Ihre Arbeiten erzählen Geschichten, ohne konkret zu werden. „Wenn die Figuren, Motive und Gegenstände in meinen Bildern auf nichts als sich selbst verweisen, dann werden sie zu Symbolen ihrer selbst. Und als diese bekommen sie einen eigenen ästhetischen Wert. Hier hat sich die Bedeutung von dem Inhalt gelöst, und was bleibt, ist was ich die Ästhetik der Erzählung nenne“, erläutert Marie von Heyl.
Während der Zeit ihres Stipendiums in Monschau, ließ sie sich durch die Flächenarchitektur, die Schiefermauer inspirieren. Aus wissenschaftlich, geologischen Ablagerungsskizzen mit Schichtgesteinen, die primär als Anschauungsmaterial und der Wissensvermittlung dienen, übernimmt sie einige Motive, wie Diagramme und Schriftelemente – löst sie von ihrem eigentlichen Gebrauchswert und kombiniert sie mit eigenen Motiven und Figuren. Marie von Heyl nennt sie selbst: „Farbige, frei im Raum schwebende Welten.“  Assoziationen mit Dantes Inferno, bieten sich dem Betrachter schnell an. „Ahnenreihe“,  heißt die dritte, kleinformatige Serie. Vorfahren der Künstlerin sucht man vergebens. Stattdessen: Spitzkragen und Spanische Halskrausen als Attribute und Statussymbole der vergangenen  Zeiten. Eine Serie, voller surrealistisch-erzählerischer Momente, die immer wieder ins Absurde abdriften.

Mit einem Augenzwinkern
„Oft will die Kunst Antworten anbieten. In Belgien gibt es Künstler, die mit ihrer Kunst „lediglich“ Fragen stellen wollen“, erklärte Francis Feidler, künstlerischer Leiter des IKOP- Eupen bei der Vorstellung des zweiten Stipendiaten Jean-Pierre Bredo. „Belgien hat viel Kunst, ist aber selbst künstlich“, so Feidler weiter. Auf dem ersten Blick präsentiert sich die Kunst des Jean-Pierre Bredo dreifarbig. Schwarz, Gelb, Rot – die Nationalfarben Belgiens. Seit zehn Jahren beschäftigt sich Jean-Pierre Bredo (Absolvent der Acadömie Royale des BeauxArts in Brüssel) künstlerisch und thematisch mit dem hochbrisanten Problem der Gegensätze, unter dem sein Herkunftsland leidet: Die belgische Union - früher einmal ein europäisches Modell für multinationale Gemeinschaft - wird immer wieder in Frage gestellt. Mit einem Augenzwinkern beschreibt, hinterfragt, provoziert er diese sensible Situation. Er versteht es dabei mit seiner klaren Symbolsprache ausgezeichnet, komplexe Zusammenhänge augenscheinlich zu vereinfachen, um so eine Hinterfragung und Auseinandersetzung des schwierigen Themas zu ermöglichen. Konflikte zu verschärfen, ist seine Sache nicht. Er möchte animieren, anregen – ohne dabei zu polarisieren. Für Bredo ist dies auch eine Frage der persönlichen Identität. Es ist ein Spiel mit den belgischen Farben - schwarz, gelb, rot - das die Kunst von Bredo prägt.

Jazz vom Feinsten
Mit einem besonderen Hörgenuss, empfahl sich Giselle Cleres, die dritte KuK-Stipendiatin. Mit einigen Kostproben als Jazzmusikerin mit Format, entführte sie die Besucher mit ihrem eindringlichen wie unverwechselbaren Gesang. Dabei begleitete sie sich am Keyboard und mit Gitarre. Mit der Vergabe des Stipendiums an Giselle Cleres ging man neue Wege. Erstmals wurde eine Jazz-Sängerin berücksichtigt, die als Künstlerin aus der Region ein Sonderstipendium erhielt. Eigentlich verfasst sie ihre Song-Texte in der Jazz-Sprache Englisch. Während ihrer Zeit in Monschau arbeitet sie allerdings auch an deutschen Stücken.

 

Nina Mika-Helfmeier (2.v.r.), Francis Feidler (links), Hans-Josef Hilsenbeck (3.v.l.) und Bettina Herlitzius (rechts) mit den drei Montjoie-Stipendiaten Marie von Heyl (2.v.l.), Jean-Pierre Bredo (4.v.l.) und Giselle Cleres (3.v.r.).

Foto: van Londen









Download Einladung (PDF, 155 kByte)

Konzert der Montjoie-Stipendiatin GISELLE CLERES - SOLO (vocals, piano, guitar)
Chansons à coeur joie


Soirée musicale am 27. März 2010 um 17.30 Uhr im KuK.


Künstlerische Leitung: Dr. Nina Mika-Helfmeier / S16
Eintritt frei!









Der Duft der Geschichte

Epoche der Tuchmacher-Industrie wird mit neuer Broschüre lebendig – Fotografische Gegenüberstellung historischer und aktueller Standpunkte rund um Monschaus Blütezeit.

Monschau. „Auf den Spuren der Tuchmacher“ heißt eine neue Broschüre, die sich mit der geschichtlichen Entwicklung – rund um die Tuchmacherzeit Monschaus - auseinandersetzt.
Herzstück dieser Publikation ist eine interessante, wie gelungene Gegenüberstellung alter und neuer Fotografien der historischen Gebäude aus der Blütezeit jener Epoche. Insgesamt 16 Gebäude werden so in dem 44-seitgen Werk präsentiert. Eine eigens dafür neu erstelle Stadtkarte, ermöglicht dem Leser zu allen 16 Stationen – zwischen Dreistegen, Laufenstraße und Rosenthal - zu gelangen und sich selbst ein eigenes Bild vor Ort zu machen.

Bei der Vorstellung der Broschüre im Monschauer Kunst- und Kultur Zentrum der StädteRegion Aachen, berichteten die Macher und Initiatoren von ihrer vierjährigen Zusammenarbeit. Mit Dr. Nina Mika-Helfmeier, Beauftragte für Kultur, empirische Forschung und Gleichstellung der Städteregion Aachen sowie Leiterin des KuK (Konzept), Peter Stollenwerk, Redakteur und Fotograf (aktuelle Fotografien), Hans Gerd Lauscher, Vorsitzender des Geschichtsvereins Monschauer Land (Text), Dr. Elmar Neuß, Germanist und emeritierter, akademischer Oberrat (Text), und Matthias Abdank vom Büro für Kommunikationsdesign mit Team Tentakulus (Gestaltung), fand sich ein versiertes und kompetentes Team, dass mit dieser Aufarbeitung der Monschauer Geschichte einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz in der Bevölkerung leisten will.

Den jeweils exakten, heutigen Standort der historischen Fotos wiederzufinden, war schwieriger, als angenommen. Monschau ist rundherum sehr zugewachsen – viele Bauwerke gibt es gar nicht mehr. „Ich habe bei der Gelegenheit gemerkt, dass man die eine oder andere Stelle dringendst freischneiden sollte“, erklärte der für die aktuellen Fotografien zuständige Peter Stollenwerk. So manche fotografische Gegenüberstellung, musste er sich halsbrecherisch erkämpfen. 

Was ist noch an alter Bausubstanz der Tuchmacher-Industrie vorhanden? Viele historische Spuren sind längst verwischt. „Große Industrieanlagen sind inzwischen nicht mehr erhalten, andere wurden  wunderbar restauriert und anderen Nutzungen zugeführt (z.B. Carat Hotel).  Vielen Gebäuden ist ihre Vergangenheit nicht mehr anzusehen. Sie wurden dem Stadtbild angepasst. Wehre und Mühlenteiche sind sang- und klanglos verschwunden. Uns war es wichtig, wenigstens an sie zu erinnern“, so der ehemalige Geschichtslehrer, Hans Gerd Lauscher.

Die historischen Fotografien, die aus Klubert/Hermanns/Lauscher/Offermann: „Von Häusern und Menschen“ entnommen sind, entstanden vor gut 100 Jahren. In jener Zeit beherrschte die Tuchmacher-Industrie das gesamte Stadtbild.  Auch mit Legenden und falschen, verklärten Ansichten möchte das Team aufräumen. „Entgegen der älteren, ständig wiederholten These, die Monschauer Tuchmacherei sei durch Aachener Religionsflüchtlinge initiiert worden, steht zweifelsfrei fest, dass einheimische Familien den Grundstein gelegt haben“, weiß Dr. Elmar Neuß. Auch das das Rote Haus nicht nur ein Repräsentationsgebäude und Wohnhaus der Fabrikantenfamilie Scheibler war, sondern im Keller als Produktionsstätte genutzt wurde, mag für dem einen oder anderen Geschichtsinteressierten neu sein.

„Wir werden das Thema der Tuchmacher-Industrie Monschaus weiterverfolgen“, kündigt Dr. Nina Mika-Helfmeier an. „Auch weiterhin, wird es einmal im Jahr eine Ausstellung zum Thema geben.
Darüber hinaus fordert sie alle Schulen und Kindergärten Monschaus auf, sich mit dieser Zeit auseinander zu setzen. Eine Zusammenarbeit mit dem Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (KuK) ermöglicht eigene Projekte zum Thema zu verfolgen. Das KuK unterstützt Kunst- und Kulturprojekte mit Know how, begleitenden Künstlern und Finanzierungen. „Es gibt so viele künstlerische Möglichkeiten, sich mit den Kindern auf die Spuren der Tuchmacher zu begeben“, so die Leiterin des KuK weiter. „ Ob fotografisch, malerisch, textilgestalterisch oder literarisch: Eine Auseinandersetzung mit Tuchmacherzeit ist nicht nur in Sachen Geschichte und Heimatkunde interessant.“

Die Broschüre „Auf den Spuren der Tuchmacher“ , herausgegeben vom KuK der StädteRegion Aachen, ist zu einer Schutzgebühr von 1,50 Euro im Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (KuK), der Eifeler Lokalredaktion und voraussichtlich in der Monschau-Touristik erhältlich. (avl)


Legen mit ihrer neuen Broschüre eine interessante Bereicherung über die Tuchmacherzeit Monschaus vor: (v.l.n.r.) Matthias Abdank, Dr. Nina Mika-Helfmeier, Peter Stollenwerk und Hans Gerd Lauscher.

Foto: van Londen