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Start · KuK-Veranstaltungen · Veranstaltungen 2010 · J.-P. BREDO & M. VON HEYL (20.02. - 11.04.2010)

J.-P. BREDO & M. VON HEYL (20.02. - 11.04.2010)

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Ausstellung der beiden Montjoie-Stipendiaten JEAN-PIERRE BREDO und MARIE VON HEYL

calendar Eröffnung am 20. Februar 2010 um 16.00 Uhr.

Ausstellungsdauer: 20.02.2010 - 11.04.2010

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Projektleitung: Dr. Nina Mika-Helfmeier / S16


Jean-Pierre Bredo – Montjoie-Stipendiat 2010: Seit nun zehn Jahren beschäftigt sich Jean-Pierre Bredo (Absolvent der Académie Royale des Beaux-Arts in Brüssel) künstlerisch-thematisch mit dem hochbrisanten Problem der Gegensätze, unter dem sein Herkunftsland leidet: Die belgische Union – früher einmal ein europäisches Modell für multinationale Gemeinschaft – wird immer wieder in Frage gestellt.
Für Bredo ist dies auch eine Frage der persönlichen Identität. Es ist ein Spiel mit den belgischen Farben – schwarz, gelb, rot – das die Kunst von Bredo prägt. Die Farben für eine Utopie?

Marie von Heyl – Montjoie-Stipendiatin 2010: In Serien angelegte Tuschezeichnungen bilden den Schwerpunkt in Marie von Heyls künstlerischer Arbeit. Ausgangspunkt für ihre detailreichen Zeichnungen ist oft Bildmaterial aus Kunst-, Wissenschafts- und Religionsgeschichte. Dieses kann visuell genauso wie inhaltlich Anstoß für ihre Arbeit sein. Das gefundene Material vermengt sich auf dem Papier mit einer sehr persönlichen Motivik und Zeichensprache, die mit einer inhaltlichen und symbolischen Aufladung von Gesten und Gegenständen arbeitet, wie sie auch in der Religionsgeschichte vorkommt. Doch diese Symbole verharren in Andeutungen und verweigern sich einer Auflösung, was sie ins Traumhafte, Surrealistische verkehrt.


Fulminanter Start in ein neues Jahr voller Kunst

Erste Ausstellungseröffnung 2010 im KuK fand große Beachtung - Stipendiaten eröffnen neue Horizonte - Künstlerische Positionen überzeugen und animieren zum Hinterfragen.

Monschau.
Mit gleich drei starken Künstlern startet das Monschauer Kunst- und Kulturzentrum (KuK) in seine diesjährige Ausstellungsreihe. Auf der ausgesprochen gut besuchten Vernissage, beeindruckten die drei aktuellen Montjoie-Stipendiaten Marie von Heyl, Jean-Pierre Bredo und Giselle Cleres mit ihren ausgewöhnlichen Positionen.

Zu den vielen interessierten Besuchern gehörte neben zahlreichen Kommunal-Politikern, auch die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Bettina Herlitzius. Hans-Josef Hilsenbeck, stellvertretender Städteregionalrat und Francis Feidler, künstlerischer Leiter des IKOP, Eupen, attestierten dem KuK und dem KuK-Stipendium einen großartigen Erfolg, der über die Region und das benachbarte Ausland hinaus strahlt. „Auch in Zeiten knapper Kassen, müssen und wollen wir die KuK-Projekte nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützen", versprach Hans-Josef Hilsenbeck für die Städteregion Aachen. Sein besonderer Dank, galt der Ideengeberin und künstlerischen Leiterin des KuK, Dr. Nina Mika-Helfmeier. „Was in der Politik die Wahlen sind, ist für den Künstler die Ausstellung. Wichtig für den Erfolg ist dabei immer, ob man die Menschen erreicht. Den drei KuK-Stipendiaten ist dies bestens gelungen", so der Politiker weiter.

Das Ziel des seit 2004 initiierten KuK Stipendiums besteht in der Vermittlung künstlerischer Positionen, die das KuK als wesentliche Beiträge zur zeitgenössischen Kunst erachtet und in der Schaffung eines Ortes für die Kommunikation und den Dialog zwischen den Künstlern und den KuK-Besuchern. Eine besondere Aufmerksamkeit gilt dabei unkonventionellen Formen in allen Bereichen der bildenden Kunst. Die grundlegende Idee des Stipendiums besteht darin, dem künstlerischen Prozess Raum und Zeit zu geben. Die eingeladenen Künstler entwickeln speziell für das KuK ein Konzept und realisieren es mit der Unterstützung des Kunst und Kulturzentrums. Wichtig ist, dass der jeweilige künstlerische Standpunkt eine eigene Transparenz erreicht.

Surreal bis Absurd
Die in Stuttgart geborene und heute in Berlin lebende Marie von Heyl, präsentierte u.a. die Serie ihrer jüngsten Tuschezeichnungen: die aus dem Jahre 2009 stammende Serie „crossing my fingers". Die dargestellten Figuren agieren in den surreal anmutenden Szenen völlig losgelöst von eindeutigen räumlichen Markierungen. Die einzelnen Figuren, Zeichnungen, Motive und Elemente ihrer Zeichenserien schöpfen sich jeweils aus einem großen Vorrat an Abbildungen aus Kunst-, Wissenschaft- und Religionsgeschichte. Die ikonographisch verwandten Formen aus künstlerischen wie wissenschaftlichen Kontext, dienen ihr keineswegs als Vorlage einer eins zu eins Übertragung auf die Bildfläche; Sie geben lediglich eine grobe Richtung in den jeweiligen Zeichenserien vor. Marie von Heyl ist in ihrer Arbeit immer auf der Suche nach Mystik, dem Zauber des Alltäglichen. Sie sucht dabei nach Situationen und Geschichten ebenso wie nach Formen. Beides, die Erzählung wie auch die Form sind in ihren Bildern gleichberechtigt. Ihre Arbeiten erzählen Geschichten, ohne konkret zu werden. „Wenn die Figuren, Motive und Gegenstände in meinen Bildern auf nichts als sich selbst verweisen, dann werden sie zu Symbolen ihrer selbst. Und als diese bekommen sie einen eigenen ästhetischen Wert. Hier hat sich die Bedeutung von dem Inhalt gelöst, und was bleibt, ist was ich die Ästhetik der Erzählung nenne", erläutert Marie von Heyl.
Während der Zeit ihres Stipendiums in Monschau, ließ sie sich durch die Flächenarchitektur, die Schiefermauer inspirieren. Aus wissenschaftlich, geologischen Ablagerungsskizzen mit Schichtgesteinen, die primär als Anschauungsmaterial und der Wissensvermittlung dienen, übernimmt sie einige Motive, wie Diagramme und Schriftelemente – löst sie von ihrem eigentlichen Gebrauchswert und kombiniert sie mit eigenen Motiven und Figuren. Marie von Heyl nennt sie selbst: „Farbige, frei im Raum schwebende Welten." Assoziationen mit Dantes Inferno, bieten sich dem Betrachter schnell an. „Ahnenreihe", heißt die dritte, kleinformatige Serie. Vorfahren der Künstlerin sucht man vergebens. Stattdessen: Spitzkragen und Spanische Halskrausen als Attribute und Statussymbole der vergangenen Zeiten. Eine Serie, voller surrealistisch-erzählerischer Momente, die immer wieder ins Absurde abdriften.

Mit einem Augenzwinkern
„Oft will die Kunst Antworten anbieten. In Belgien gibt es Künstler, die mit ihrer Kunst „lediglich" Fragen stellen wollen", erklärte Francis Feidler, künstlerischer Leiter des IKOP- Eupen bei der Vorstellung des zweiten Stipendiaten Jean-Pierre Bredo. „Belgien hat viel Kunst, ist aber selbst künstlich", so Feidler weiter. Auf dem ersten Blick präsentiert sich die Kunst des Jean-Pierre Bredo dreifarbig. Schwarz, Gelb, Rot – die Nationalfarben Belgiens. Seit zehn Jahren beschäftigt sich Jean-Pierre Bredo (Absolvent der Acadömie Royale des BeauxArts in Brüssel) künstlerisch und thematisch mit dem hochbrisanten Problem der Gegensätze, unter dem sein Herkunftsland leidet: Die belgische Union - früher einmal ein europäisches Modell für multinationale Gemeinschaft - wird immer wieder in Frage gestellt. Mit einem Augenzwinkern beschreibt, hinterfragt, provoziert er diese sensible Situation. Er versteht es dabei mit seiner klaren Symbolsprache ausgezeichnet, komplexe Zusammenhänge augenscheinlich zu vereinfachen, um so eine Hinterfragung und Auseinandersetzung des schwierigen Themas zu ermöglichen. Konflikte zu verschärfen, ist seine Sache nicht. Er möchte animieren, anregen – ohne dabei zu polarisieren. Für Bredo ist dies auch eine Frage der persönlichen Identität. Es ist ein Spiel mit den belgischen Farben - schwarz, gelb, rot - das die Kunst von Bredo prägt.

Jazz vom Feinsten
Mit einem besonderen Hörgenuss, empfahl sich Giselle Cleres, die dritte KuK-Stipendiatin. Mit einigen Kostproben als Jazzmusikerin mit Format, entführte sie die Besucher mit ihrem eindringlichen wie unverwechselbaren Gesang. Dabei begleitete sie sich am Keyboard und mit Gitarre. Mit der Vergabe des Stipendiums an Giselle Cleres ging man neue Wege. Erstmals wurde eine Jazz-Sängerin berücksichtigt, die als Künstlerin aus der Region ein Sonderstipendium erhielt. Eigentlich verfasst sie ihre Song-Texte in der Jazz-Sprache Englisch. Während ihrer Zeit in Monschau arbeitet sie allerdings auch an deutschen Stücken.

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Nina Mika-Helfmeier (2.v.r.), Francis Feidler (links), Hans-Josef Hilsenbeck (3.v.l.) und Bettina Herlitzius (rechts) mit den drei Montjoie-Stipendiaten Marie von Heyl (2.v.l.), Jean-Pierre Bredo (4.v.l.) und Giselle Cleres (3.v.r.).

Fotos und Text: van Londen

Eintritt frei!


Einblicke in die Ausstellungseröffnung

Fotos: Adalbert van Londen


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