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Start · KuK-Veranstaltungen · Veranstaltungen 2010 · CLAIRE-LISE HOLY (05.06. - 30.06.2010)

CLAIRE-LISE HOLY (05.06. - 30.06.2010)

clholy2010

Claire-Lise Holy „Szenenbilder – Figurinen – Details“

calendar Eröffnung am 5. Juni 2010 um 16.00 Uhr.

Ausstellungsdauer: 05.06.2010 - 30.06.2010

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Künstlerische Leitung: Dr. Nina Mika-Helfmeier / S16

 


Claire-Lise Holy – Das szenische Werk

Dr. Jutta Brederhoff

clholy_plakat2010„Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol", sagt Oscar Wilde in seiner Vorrede zu DORIAN GRAY.

Dies trifft insbesondere auf das Bühnenbild und seine szenische Umsetzung zu. Die Täuschung im Spiel und auf der Bühne ist eine (symbolische) Methode zur Vervielfältigung einer oder unserer Persönlichkeit. Die Wahrheit wird häufig zur Frage eines Stils. Die Täuschung ist eben die Methode im Spiel, um eine Persönlichkeit in vielen Facetten zu zeigen. Und erst dann scheint sie wirklich wahrhaftig zu sein.

Doch dem Theater dient das Leben selbst als die Kunst par excellence. Das ist – so scheint es – das grundsätzliche „Problem" der Kunst. Sie folgt allerdings auch ihren eigenen Gesetzen und erzwingt das Spiel mit der Maske.

Wie heißt es so treffend in Oscar Wildes DORIAN GRAY: „Nur Dumme urteilen nicht nach dem äußeren Erscheinungsbild. Das wahre Geheimnis
der Welt ist das Sichtbare, nicht das Unsichtbare." Man könnte auch mit einer von Oscar Wildes literarischen Figuren sagen: „Die erste Pflicht im Leben besteht darin, so künstlich wie möglich zu sein. Worin die zweite Pflicht besteht hat noch niemand herausgefunden."

Doch sollten wir nicht auch dem Satz des Autors der Masken und Verstellungen „der Schmerz trägt keine Maske wie die Freude" Beachtung schenken? „Wo das Geheimnis des Lebens leidvoll ist und nicht mehr Kunst, versagt meistens die Inspiration".

Das wirklich künstlerisch gestaltete szenische Bild ist auch in der Lage, des Lebens leidvolle Seite in der Gesamtgestaltung von Bühne und Kostüm festzuhalten. Es erfüllt somit die Ansprüche der szenisch-literarischen Vorgaben und deren gesellschaftliche Forderungen. Die Umsetzungsstrategien von allem Stofflichen und das Raumgefühl von Claire-Lise Holy werden diesen Forderungen in ihren Bühnenentwürfen für das entsprechende Medium – Film, Fernsehen, Bühne – gerecht. Die Kostümentwürfe bieten nahezu ausnahmslos dem Akteur bereits die szenische Gestaltung seiner Rolle in Pose und Geste der Figur an, die häufig schon portraithaft die Gesichtszüge des Schauspielers trägt.

Die detaillierten und minutiös gearbeiteten Blätter oder Modelle und die Kostüme lassen Aktionen vermuten, die unsere eigene Phantasie berühren, bevor die erste „Klappe" fällt oder der Vorhang sich geöffnet hat.


 

Phantasie berühren, bevor die erste „Klappe fällt“

Das szenische Werk von Claire-Lise Holy und Sehenswertes aus dem Modellprojekt „Kleider machen Leute – Tuche kleiden Städte" im Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen in Monschau

Monschau. „Szenenbilder – Figurinen – Details" heißt die aktuelle Ausstellung der international anerkannten und bekannten Bühnen- und Kostümbildnerin und Illustratorin Claire-Lise Holy im Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen in Monschau (KuK).

Mit ihren Zeichnungen und Entwürfen für zahlreiche Spielfilme, Fernsehspiele, Theaterproduktionen und kulturelle Dokumentationen, erschließt sich dem Betrachter ein weiterer Mosaikstein des Gesamtkunstwerkes der 2009 verstorbenen Künstlerin. Bereits im vergangenen Jahr präsentierte das KuK eine Ausstellung mit ihren Zeichnungen und Poesie von Dieter Leisegang. Die Zeichnungen der in der Schweiz lebenden Künstlerin korrespondierten mit Texten ihres Ehemanns, dem Dichter Dieter Leisegang im zur Ausstellung erschienen Buch «In Begleitung,» wie im Übrigen auch der Titel der Ausstellung lautete.

Die aktuelle Ausstellung im KuK vom 5. Juni bis zum 30. Juli bietet Holy's Zeichnungen und Bühnenbildentwürfen eine eindrucksvolle Plattform. Dr. Nina Mika Helfmeier, Leiterin der Stabsstelle Kultur, Empirische Forschung und Gleichstellung der Städteregion Aachen und Leiterin des KuK, eröffnete die Vernissage, zu der trotz des sommerhaften Wetters viele Interessierte gefunden hatten. „Ich möchte mich besonders bei den politisch Verantwortlichen des Städteregionalrates für die großartige – auch finanzielle – Unterstützung bedanken. Ohne diese Hilfe wäre unsere Arbeit im KuK undenkbar." Dr. Jutta Brederhoff verstand es mit ihrer Eröffnungsrede ausgezeichnet, Hintergründe und persönliches zu Claire-Lise Holy interessant und vielschichtig lebendig werden zu lassen.

Besonderes Umsetzungstalent
Claire-Lise Holys Szenenbilder berücksichtigen immer die speziellen Gegebenheiten des Mediums. Ihre Farbgestaltungen hat sie in Lichtempfindlichkeit und Einstellungen bereits auf die elektronische Kamera eingestellt. Besonders beeindruckt ihr charakteristisches Umsetzungstalent von allem Stofflichen und durch ihr Raumgefühl, aber auch mit ihrer Stilsicherheit und den Detailkenntnissen der jeweiligen Zeit, ihrer Moden und ihres Geistes. Profitieren konnte sie bei ihrer Arbeit auch die Fähigkeit sowohl Bühnenbild als auch Kostüme zu gestalten.

Claire-Lise Holy (1938-2009) wurde in Saarbrücken geboren. Zwischen 1956 bis 1961 absolvierte sie ihr Studium der Grafik in Genf, der Malerei in München und der Illustration in Wiesbaden.

In den Jahren 1964 bis 1973 erfolgten wiederholte Studienaufenthalte bei der Fernsehgesellschaft CBS in New York. Seit 1962 war die Künstlerin auch als Bühnen- und Kostümbildnerin in den Bereichen Kultur (Musikfilm), Fernsehspiel und Spielfilm tätig. Neben dieser Tätigkeit - vorwiegend für das Fernsehen und freie Filmproduktionen - ist Claire-Lise Leisegang-Holy auch als freie Künstlerin hervorgetreten. Wichtige Einzelausstellungen unter anderen waren 1975 in der grafischen Sammlung der ETH Zürich, 1980 im Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen und 1990/2001 in der Galerie Haasner in Wiesbaden.

Textile Kunst
Seit Februar dieses Jahres sind vier Schulen aus dem Aachener Raum sowie eine Schule aus Eupen künstlerisch im Rahmen des Modellprojektes des Landes NRW „Kleider machen Leute - Tuche kleiden Städte" kreativ. Initiatorin Dr. Nina Mika-Helfmeier hat dieses Projekt zusammen mit der Aachener Künstlerin Monika Nordhauser umgesetzt. Jede Schule hat mit eigenen Projekten das Thema aufgegriffen. Zeitgleich mit der Ausstellung von Claire-Lise Holy sind auf den Etagen des KuK eindrucksvolle und unterschiedlichste Arbeiten der Schüler zu sehen. „In dem Projekt für die Grundschüler ging es darum, eigene Geschmacksurteile auszubilden, um die Zusammenhänge zwischen dem eigenen Kleidungshandeln im Alltag und der Entstehung von Mustern und Stoffen zu verstehen», erklärt Monika Nordhausen. Die Schüler aus Imgenbroich beschäftigten sich mit Musterbüchern aus den 50er und 60er Jahren. „Tuche kleiden Städte" ist das Thema, dem sich die sechste Jahrgangsstufe der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula Monschau widmete. Dort übernimmt die Architektur neben der Mode eine wichtige Rolle. Angeregt durch einen Besuch im Roten Haus haben die Schüler Fahnen mit ihren eigenen Silhouetten entworfen, die an Monschauer Schauplätzen, die mit der Tuchmacherindustrie in Verbindung stehen, präsentiert werden. Vorbild ist ein Kunstprojekt in Hamburg. „Das ist eine ganz andere Form der Motivation für die Kinder", sind sich die Projektleiterinnen einig. (avl)

clh_gruppenfotov.l.n.r.: Der Literat und Ehemann der verstorbenen Claire-Lise Holy, Dieter Leisegang, Dr. Jutta Brederhoff, die Aachener Künstlerin Monika Nordhausen, Dr. Nina Mika-Helfmeier und Landtagsabgeordneter Werner Krickel (die Grünen) während der Vernissage der vielseitigen Künstlerin.
Foto: van Londen


Eintritt frei!


Einblicke in die Ausstellungseröffnung

Fotos: Adalbert van Londen



kukhaus

Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen
Austraße 9
52156 Monschau
Telefon/Fax: 02472 - 803194
info@kuk-monschau.de

Öffnungszeiten:
Di - Fr: 14.00 - 17.00 Uhr
Sa, So: 11.00 - 17.00 Uhr
Montags geschlossen
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