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Ausstellungsvorschau 2016

kuk2016

JAHRESPROGRAMM 2016
des Kunst- und Kulturzentrums (KuK) der StädteRegion Aachen

 
In vier Ausstellungen durch ein Jahrhundert und um die Welt

In Monschau übernimmt der Schwerpunkt Fotografie erstmals die Hauptrolle

Dass Kunstliebhaber sich nach Monschau zufällig verirren, ist inzwischen nur noch selten der Fall. Wer das historische Gebäude besucht, der weiß, dass sich hinter dessen Türen interessante Kunst verbirgt. Kein Wunder also, dass auch im Vorjahr wieder mehr als 35.000 Gäste die Einladung der StädteRegion Aachen annahmen, in deren Kunst- und Kulturzentrum (KuK) Ausstellungen zu sehen. Fotografie hat sich dabei zu einem besonderen Schwerpunkt entwickelt, und diesem widmet sich das gesamte Jahresprogramm 2016 mit vier Präsentationen, die den Blick in die Gegenwart und nahe Vergangenheit, auf Metropolen der Welt und einflussreiche Kunstströmungen richten.

Das Ausstellungsprogramm verspricht erneut, ein ganzes Jahr lang außergewöhnliche Fotokunst zu sehen. Der Eintritt ist zu jedem Zeitpunkt frei, zu den Eröffnungsveranstaltungen sind alle Interessierten willkommen.

Wir freuen uns auf eine schöne neue KuK-Kunstsaison mit Ihnen!

Helmut Etschenberg
(Städteregionsrat der StädteRegion Aachen)


 
KEN HEYMAN (14.02. - 03.04.2016)

Most important photographer …


Als „most important photographer to emerge in the last ten years“ bezeichnete Edward Steichen (MoMA) den Fotografen Ken Heyman. Der 1930 in New York City geborene Künstler begann bereits an der High School, sich für Fotografie zu interessieren. Während seines Studiums am Columbia College wurden erste Fotos im LIFE Magazine veröffentlicht. Seine Professorin, die Ethnologin Margaret Mead, weckte sein Interesse an sozialen Themen in der globalen Welt. Für seine Arbeiten bereiste er seit 1956 mehr als 60 Länder. Aus diesen vielen Reisen stammt das Bildmaterial, das er für sein Buch The World‘s Family auswählte. Mit der Methode eines fotografischen Ethnologen dokumentierte Heyman das Leben eines vier Jahre alten Jungen, Willie, der als Sohn einer Prostituierten aufwächst. Für sein Projekt über die damals noch junge Pop-Art-Bewegung im Kunst-Mekka New York begleitete er Andy Warhol, Claes Oldenburg, James Rosenquist, Tom Wesselmann und Roy Lichtenstein bei der Arbeit in ihren Ateliers, zu Hause und bei öffentlichen Vernissagen.

Seine Fotografien sind ein wichtiges Dokument für den Aufbruch in der US-amerikanischen Kunst der frühen 1960er Jahre.

Die Ausstellung im KuK umfasst rund 130 Arbeiten und spannt einen Bogen von Ken Heymans Pop-Art-Fotografien bis zu Arbeiten aus den Serien Willie in New York und World‘s Family. Ken Heymans Werke waren unter anderem im Museum of Modern Art (New York), in der Smithsonian Institution (Washington), im International Center for Photography und im American Museum of Natural History (beide New York) ausgestellt.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit Norbert Bunge (Galerie Argus-Fotokunst in Berlin) und privaten Sammlern für das KuK kuratiert und feiert in dieser Zusammenstellung und Präsentationsweise Premiere in Deutschland.
 


 
WILL McBRIDE (17.04. - 19.06.2016)

Ein sensibler Realist

 
„Seine Bilder zeigen Berlin als einen gezeichneten Ort, in dem sich die neuere Geschichte in besonderer Weise spiegelt. Erkennbar wird ein ganz und gar eigenständiger Fotograf, ein Zeitgenosse, der fraglos in die erste Reihe fotografierender Künstler gehört.“ So unterstreicht der Kunst-Publizist Hans-Michael Koetzle den Stellenwert und das Schaffen von Will McBride.

Geboren wurde der Fotograf 1931 im US-amerikanischen St. Louis, wuchs in Chicago auf. 1955 bekam McBride ein Stipendium, um Philologie in Berlin zu studieren und nebenbei „ein bisschen malen und knipsen“. Es kam anders. McBride verliebte sich in die Stadt der Nachkriegszeit. Nicht die Ruinen machten sein Berlin aus, sondern die Lebensfreude, Ausgelassenheit und die Kraft der dort lebenden Menschen. Mit dem Blick eines kühlen Beobachters und eines Sympathisanten für das rebellische Lebensgefühl im Berlin der 50er und 60er Jahre dokumentierte McBride z. B. das Treiben der Teenager und die Partys am Wannsee oder auf einem Boot. McBride war, so erinnerte er sich, „zum ersten Mal glücklich in seinem Leben“. Und dieses Glück durchzieht seine Fotografien.

Die Ausstellung im KuK präsentiert 120 Arbeiten. Ein Schwerpunkt liegt auf Berlin-Motiven, doch auch Bilder, die für die Zeitschrift „Twen“ entstanden sind, Straßenszenen aus Florenz und die 1964 in Paris aufgenommene Romy-Schneider-Serie werden die Besucher erleben.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit Norbert Bunge (Galerie Argus-Fotokunst in Berlin) und privaten Sammlern für das KuK kuratiert und wird in dieser Konstellation erstmals in Deutschland präsentiert.
 


 
MAGNUM’S FIRST (03.07. - 03.10.2016)

 
Magnum Photo wurde 1947 als eine unabhängige Agentur in Paris gegründet und gilt seitdem als weltweit wichtigste und progressivste Kooperative für Kamera-Künstler. Nah dran sein, Dinge aus neuen Perspektiven sehen, am Puls der Zeit bleiben oder ihr sogar voraus sein, Empathie und Anteilnahme – all das prägt die Philosophie der Agentur. Die erste Ausstellung, die aus den kreativen Ideen der Gründer Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David Seymour und George Rodger hervorging, schlummerte mehr als 50 Jahre vergessen im Keller des französischen Kulturinstituts in Innsbruck.

Die 83 Vintage-Drucke umfassende Gruppenschau mit dem Titel „Gesicht der Zeit“, die bereits im Sommer 1955 zum ersten Mal zu sehen war, wurde von dem Kunsthistoriker Christoph Schaden aufgearbeitet. Sie beinhaltet Werke von Werner Bischof, Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Ernst Haas, Erich Lessing, Jean Marquis, Inge Morath und Marc Riboud. Thematisch umfasst sie eine große Bandbreite von den letzten Tagen Mahatma Gandhis über eine London-Reportage, Impressionen von Wiener Kindern, Ungarn-Fotos bis zu einer Dokumentation der Dreharbeiten von Howard Hawks Monumentalfilm „Land der Pharaonen“.

„Bilder von einer ungeheuren Wucht“, wie (nicht nur) Christoph Schaden urteilt.

Diese legendäre erste Magnum-Ausstellung dreht jetzt im KuK die Zeit zurück und gewährt authentische Einblicke in die Anfangszeit der Agentur und der Fotokunst. Begleitend zur Ausstellung wird ein Bildband mit allen 83 ausgestellten Schwarz-Weiß-Fotografien herausgegeben. Die Ausstellung wird durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) gefördert.
 


 

BERENICE ABBOTT (16.10. - 20.12.2016)

Topographies

 
„Die Welt mag keine unabhängigen Frauen. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber es ist mir auch egal.“ Diese lakonische Bilanz zog Berenice Abbott im Alter von 92 Jahren. Kurz vor ihrem Tod im Jahr 1991 blickte die 1898 in Springfield geborene Fotografin auf eine sechs Dekaden umspannende Karriere zurück. Ihre Erfolgsgeschichte begann sie als Porträtfotografin in Paris und sie brachte ihr dank des Mammutprojekts Changing New York schon früh Weltruhm ein. Selbst das MoMA als Olymp zeitgenössischer Kunst würdigte ihre Errungenschaften mit einer eigenen Retrospektive. Changing New York gilt als eines der ehrgeizigsten fotografischen Großprojekte, das jemals realisiert wurde. Zwischen 1935 und 1939 dokumentierte die studierte Bildhauerin den rasanten Wandel der amerikanischen Metropole. Dieses und ihr Gesamtwerk sind Inhalt der monografischen Werkschau, die ursprünglich für das Jeu de Paume in Paris konzipiert wurde und danach unter anderem in der kanadischen Art Gallery of Ontario zu sehen war. Nun kommt sie zu Besuch nach Monschau. Mehr als 120 Vintage-Drucke illustrieren den faszinierenden Weg dieses Freigeistes, der in den 1920ern Europa kennen- und die Fotografie lieben lernte. Wolkenkratzer, Reklameschilder, metallene Konstruktionen, glänzende Pflastersteine, ungeschönte Gesichter: Berenice Abbott revolutionierte Architekturaufnahmen, fing mit Straßenszenen den Zeitgeist ihrer Ära ein, porträtierte Menschen und dokumentierte Reisen. Die sich verändernde Welt und insbesondere den American Way of Life bannte sie zwischen zwei Weltkriegen und im Zuge vieler Erfindungen und Neuerungen in Schwarz-Weiß.

In ihren Arbeiten wird auch immer wieder deutlich, wie wenig diese Bohème sich um gesellschaftliche Konventionen und ungeschriebene Gesetze scherte: Sie überschritt sie, knipste sie weg. „Fotografie bringt dir bei zu sehen“, sagte sie selbst.

 

kukhaus

Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen
Austraße 9
52156 Monschau
Telefon/Fax: 02472 - 803194
info@kuk-monschau.de

Öffnungszeiten:
Di - Fr: 14.00 - 17.00 Uhr
Sa, So: 11.00 - 17.00 Uhr
Montags geschlossen
Parken direkt am Haus auf der Straße oder im Parkhaus möglich.


KuK Monschau

 
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