Economy Meets Art
Start · KuK-Veranstaltungen · Veranstaltungen 2014 · ROGER BALLEN – RETROSPEKTIVE (11.05. - 22.06.2014)

ROGER BALLEN – RETROSPEKTIVE (11.05. - 22.06.2014)

rogerballen

ROGER BALLEN – RETROSPEKTIVE. Fotografien 1969 - 2009

calendar  Eröffnung am 11. Mai 2014 um 12.00 Uhr im KuK Monschau, verbunden mit einem Brunch

Ausstellungsdauer: 11.05.2014 - 22.06.2014 

Begrüßung: Helmut Etschenberg (Städtreregionsrat), Hans-Otto Runkler (Vorsitzender des Kulturausschusses der Landschaftsversammlung Rheinland)
Einführung: Dr. Ulrich Pohlmann (Kurator, Münchner Stadtmuseum/Sammlung Fotografie)

Roger Ballen ist zur Eröffnung anwesend und signiert sein neues Buch „Asylum of the Birds“.

Am Dienstag, den 6.5.2014 um 20 Uhr, sendet der NDR ein Feature mit/über Roger Ballen: SCHARFE KONTRASTE – Fotografie in Südafrika seit dem Ende der Apartheid (NDR)


Eintritt frei!

Mit seiner zwischen Dokumentation und Fiktion changierenden Bilderwelt, nachhaltig verstörend und bestechend zugleich, gehört Roger Ballen zu den eigenwilligsten und prägendsten Fotografen seiner Generation. Die Ausstellung gab erstmals in München und in Wien einen umfassenden Einblick in sämtliche Schaffensperioden des Künstlers von den späten Sechzigern bis heute.
Die Retrospektive umfasst rund 150 Fotografien unter anderem aus den Serien Civil Rights (1969), Israel (1974), Boyhood (1974-77), Dorps (1983-85), Outland (1983-2000), Platteland (1987-94), Shadow Chamber (2000-04), Boarding House (2000-08) und Asylum (2006-12); ergänzt durch Filme wie I Fink U Freeky, ein Musikvideo, das Ballen letztes Jahr mit der südafrikanischen Rap-Rave-Crew Die Antwoord realisiert hat. Seine Arbeiten finden sich in den Sammlungen bedeutender Institutionen wie dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Georges Pompidou in Paris, dem Stedelijk Museum in Amsterdam und dem Victoria und Albert Museum in London.

Dim lights

 
Bester Fotograf des Jahres im Monschauer KuK

Roger Ballen zeigt Power Pictures of Mind

Monschau. In der aktuellen Ausstellung „Retrospektive“, reiht sich der Fotograf Roger Ballen in die Riege vorzüglicher Fotografen wie Jürgen Klauke, Anton Corbijn, Jürgen Schadenberg und Jack Goldstein, die das Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen in Monschau der Öffentlichkeit präsentiert, mit Nachdruck ein.

Zahlreich waren dann auch Interessierte zur Eröffnungsveranstaltung nach Monschau gekommen – sicher auch, weil es die seltene Möglichkeit gab dem Künstler selbst zu begegnen. „Solche Künstler wie Roger Ballen mit seiner tiefenpsychologisch wirkenden, auf konstruktive Art und Weise provozierenden Fotokunst verirren sich aber nicht ganz zufällig nach Monschau“, erklärte Städteregionsrat Helmut Etschenberg. „Dass wir solche Ausstellungen hier vor Ort präsentieren können, ist kein Zufall, sondern harte Arbeit. Es ist eine Herausforderung, starke Netzwerke dies- und jenseits der Grenzen aufzubauen, um im KuK einen Querschnitt der zeitgenössischen Kunst zeigen zu können.
Es ist auch eine Herausforderung, aus einer immensen Medienflut, mit der unsere Zeit zunehmend einhergeht, das zu selektieren, was Qualität hat, was Tiefe hat, was sich abhebt“, so Etschenberg weiter.

2009 präsentierte das Städtische Museum in München erstmals in Deutschland eine umfangreiche Retrospektive der Arbeiten von Roger Ballen von 1969 bis 2009. Der größte Teil dieser Sammlung wird der Öffentlichkeit nun im KuK ausgestellt. Der Ausstellungsparcours beginnt mit Fotografien, die zwischen 1969 und 1973 entstanden sind. Sie verraten bereits Roger Ballens Faszination für das Groteske und Abgründige und nehmen Merkmale späterer Serien wie Shadow Chamber vorweg: In letzterer, erscheint der Mensch oft nur noch in Fragmenten, während sich vom Künstler gefertigte Zeichnungen und Objekte ihren Platz erobern.

Hans-Otto Runkler, Vorsitzender des Kulturausschusses der Landschaftsver-sammlung Rheinland, überbrachte Grüße des LVR: „ Wir haben das KuK schon öfter finanziell unterstützt – so auch diese fantastische Ausstellung zeitgenössischer Fotografie. Ich bin begeistert von dieser Sprache des Sehens – zwischen Dokumentation und Fiktion.“ Dr. Ulrich Pohlmann, Kurator, Münchner Stadtmuseum / Sammlung Fotografie und Ballen-Experte, gab einen kurzen aber prägnanten Einblick in die Biografie des Künstlers. „Die Kunst Roger Ballens ist nicht einzuordnen. Trotz seiner internationalen Anerkennung, wird seine Kunst in seinem Land Südafrika immer noch als Provokation wahrgenommen.“ Kurz und sehr informativ führte Dr. Pohlmann durch das Leben und die Kunst von Ballen. „Bereits in seiner Kindheit ging der Fotografie-Pionier, der bekannte Henri Cartier-Bresson in seinem Elternhaus ein und aus. Sicher eine sehr inspirierende Begegnung für den jungen Ballen.“ Während Roger Ballen in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts seine Fotografien in den so genannten Dorps (kleine, ländliche Ansiedlungen in Südafrika) durch vor allem architektonische Motive der Häuser und Kirchen bewusst neutral hielt, zeigte er im Anschluss daran vor allem die Menschen, die dort leben. Dabei zeigte er auch die Abgründe des damaligen politischen Systems der Apartheid auf. Diese Arbeiten zeigen eine Mischung aus Aberglauben, Misstrauen und latenter Gewaltbereitschaft. Ab den 90er Jahren vermitteln Ballens Bilder ein Gefühl von Voyeurismus. Einblicke in eine Welt, die selbst den Menschen in Südafrika mehrheitlich nicht bekannt sind. Sie überlassen den Betrachter in einem Gefühl des sich Fremdschämens. Sie zeigen Insassen Psychiatrischer Einrichtungen, Außenseiter und Ausgegrenzte oder Psychogramme in Form von Familienbildern. Ballens Fotografie begleitete und beschrieb den Niedergang des Apartheidsystems – nicht durch politische, sondern durch psychologische Bilder. Seine nachfolgenden Arbeiten seit 2000 bestechen mit noch mehr psychologischen Aussagen. Roger Ballen, der sich immer noch ausschließlich der analogen Fotografie widmet, lässt in seinen aktuellen Arbeiten Gesichter immer mehr verschwinden und konzentriert sich dafür auf Körperteile, die wie Symbole scheinen. „Für Ballen, der seine Werk gerne mit Power Pictures of Mind umschreibt, sind die Fotografien, die nicht mit Hilfe der Gesetzte der Logik entschlüsselt werden können, die Wertvollsten“, erklärt Dr. Pohlmann. Der Künstler selbst, gab in einer nachfolgenden Gesprächsrunde kurze, wie nachhaltige Antworten. Was es für ein Gefühl sei, wenn er arbeitet, so eine der Fragen. „Es ist wie wenn man plötzlich eine alles erhellende Sternschnuppe auftaucht. Sie strahlt und erhellt und dann verschwindet sie wieder und man ist wieder von der Dunkelheit umgeben. Dann muss man sich wieder auf seine eigene Suche konzentrieren“, antwortete Roger Ballen. „Warum arbeitet er so, wie er es tut“, so eine weitere Frage? „Weil ich es tue“, strahlt der ansonsten sehr zurücknehmende Künstler, der kürzlich als bester Fotograf des Jahres ausgezeichnet wurde.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 22. Juni in den Räumen des Kunst- und Kulturzentrums in Monschau, Austraße 9 zu sehen. Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten sind: dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und an den Wochenenden von 11 bis 17 Uhr.
(avl)

eroeff_rballen
Die Macher und Förderer der aktuellen Fotoausstellung (v.l.n.r.): Dr. Nina Mika-Helfmeier, Roger Ballen, Dr. Ulrich Pohlmann, Helmut Etschenberg und Hans-Otto Runkler.
Foto: van Londen


Foto: van Londen

kukhaus

Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen
Austraße 9
52156 Monschau
Telefon/Fax: 02472 - 803194
info@kuk-monschau.de

Öffnungszeiten:
Di - Fr: 14.00 - 17.00 Uhr
Sa, So: 11.00 - 17.00 Uhr
Montags geschlossen
Parken direkt am Haus auf der Straße oder im Parkhaus möglich.


KuK Monschau

 
Banner
Banner
© 2001 - 2011, Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen in Monschau