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Start · KuK-Veranstaltungen · Veranstaltungen 2013 · GEDEUTETE WELT … (13.04. - 21.05.2013)

GEDEUTETE WELT … (13.04. - 21.05.2013)

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GEDEUTETE WELT UND FRAGILE WIRKLICHKEIT

calendar  Eröffnung am 13. April 2013 um 16.00 Uhr im KuK Monschau

Ausstellungsdauer: 13.04.2013 - 21.05.2013

Die Künstler Christian Brandl, Jan Dörre und Matthias Ludwig sind bei Vernissage anwesend.
Es erscheint ein Katalog, der vor Ort für € 10,00 erworben werden kann.


Eintritt frei!

Vier Leipziger Maler und die Fadenscheinigkeit des Offensichtlichen.

Christian Brandl, Jan Dörre, Matthias Ludwig, Johannes Rochhausen.
„In den Bildern wirkt das wie seismographisch. Als solle dadurch mitgeholfen werden, etwas Unsichtbares sichtbar machen zu können. Schon bei einem schnellen Blick ahnt man, dass hier ein ganz eigenes Universum zu sehen ist.“ Steffen Georgi aus dem Vorwort zum Katalog.


Vernissage im Monschauer KuK: Vier Leipziger Maler

Monschau. Was im Titel der Ausstellung „Gedeutete Welt und fragile Wirklichkeit“ eher sperrig und ein wenig vergeistigt angepriesen wurde, entfaltete auf der Vernissage im Monschauer KuK seine ganze Kraft, Vielschichtigkeit und Begeisterung. Mit Christian Brandl, Jan Dörre, Matthias Ludwig und Johannes Rochhausen gewähren gleich vier Künstler einen eindrucksvollen Blick in die Welt der Leibziger Schule. Obschon jeder in seinem ihm eigenen Stil und Techniken, beschäftigten sie sich für die Ausstellung im Kuk mit der Fadenscheinigkeit des Offensichtlichen. „In den Bildern wirkt das wie seismographisch. Als soll dadurch mitgeholfen werden, etwas Unsichtbares sichtbar machen zu können. Schon bei einem schnellen Blick ahnt man, dass hier ein ganz eigenes Universum zu sehen ist“ umschreibt Steffen Georgi das Projekt im Vorwort des erschienen Kataloges.

1977 machte die dokumenta VI zum ersten Mal auf die Leipziger Schule aufmerksam. Damals waren Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke die treibende kraft, eine eigene Strömung der modernen Malerei von anderen abzugrenzen. Deren Schüler, allen voran Sighard Gille und Arno Rink, führten dieses Bestreben fort. Inzwischen ist „nach dem Mauerfall“ eine weitere Generation am Werk. Schüler von Gille und Neo Rauch und andere. Aber längst ist daraus mehr geworden. In der neuen Strömung grenzt sich die neue Generation nicht nur deshalb ein wenig von der Leipziger Schule ab, um sich von den Einflüssen der Wiedervereinigung frei zu machen, sondern auch weil die eigenen, neuen Ansichten einen nicht zu verachtenden Erfolg haben. Alle vier in Monschau ausstellenden Vertreter dieser Strömung spielen mit traditionellen Genres und Techniken, etwa dem Surrealismus und der Ölmalerei, ohne jedoch zu kopieren oder zu imitieren. Brandl, Dörre, Ludwig und Rochhausen lassen etwas Neues und fantastisches entstehen.

„Die hier heute präsentierten Bilder stellen Fragen, die die Realität der Motive anzweifeln, untergraben, auf den Kopf stellen. So wie die Motive selbst unsere Wirklichkeit bröckeln lassen, weil wir das Gefühl haben, mit unserer Wahrnehmung allein nicht ihren Sinn und ihre Geschichte erfassen zu können. Genau das macht den Reiz der Kunst der Neuen Leipziger Schule aus. Und darum ist es eine Freude, aber auch eine Herausforderung an die eigene Betrachtungsweise, Christian Brandl, Jan Dörre, Matthias Ludwig und Johannes Rochhausen und deren Werke in Monschau zu Besuch zu haben“, so Franz-Josef Hilsenbeck, Stellvertretender Städteregionsrat, in seinem Grußwort.

Lutz Bernhard, Chefredakteur des Grenzechos, entlockte den drei anwesenden Künstlern Brandl, Dörre und Ludwig in einem offenen Gespräch gekonnt wissenswerte und teils amüsante Hintergrundinformationen. So wie etwa die Tatsache, dass sich alle nach der Wiedervereinigung von der Prägung der „DDR-Kunst“ - aber auch in Sachen Technik und Bildaufbau, die sie alle in ihrer Ausbildung durchlaufen haben - anfänglich mehr und mehr distanzierten. Mit zunehmendem Alter, erleben sie sich diesbezüglich wieder versöhnlicher und näheren sich dem „DDR-Stil“ ein wenig an. Die vier Leibziger Künstler arbeiten alle zusammen in einem Atelier, ein jeder allerdings in seinen eigenen Räumlichkeiten. Und nicht nur beruflich stehen sie sich nahe. Auf die Ausdruckslosigkeit in den Gesichtern seiner Werke angesprochen, verriet Matthias Ludwig: „ Das ist mein Stilmittel, um von dem Thema an sich abzulenken und um den Betrachtern den nötigen Freiraum für eigene Interpretationen zu lassen.“

Zur Vernissage kam auch viel Prominenz in Monschauer KuK. So auch Hilde Scheidt, Bürgermeisterin Aachen, Christiane Karl, stellvertretende Städteregionalrätin, Bettina Herlitzius, MdB die Grünen, Werner Krickel, Vorsitzender der Grünen Städteregionsfraktion und Margareta Ritter, Bürgermeisterin Monschau. Auch mit der aktuellen Ausstellung gelingt es der Leiterin des KuK und Kuratorin Dr. Nina Mika-Helfmeier, Kunstliebhabern ausgesuchte Kunst zu präsentieren, die es sonst nur weit entfernt von Monschau gibt und Nicht-Kennern eine Möglichkeit an die Hand zu geben, etwas Faszinierendes zu entdecken, das sie sonst vielleicht nie gesehen hätten. Es ist das Besondere am KuK und dessen Leiterin, das sie mit jeder Ausstellung der Euregio rund um den Großraum Aachen ein wertvolles  Geschenk machen. Die KuK-Schauen sind immer ein Fernrohr zu dem, was anderswo in der Kunstszene geschieht und neue Impulse gibt. Damit holen die Macher jedes Mal ein Stück der kreativen Welt in das Haus an der Rur und zeigen einen Querschnitt durch die zeitgenössische Kunst. Gleichermaßen laden diese Ausstellungen gerade auch Menschen, die vielleicht eher selten ins Museum gehen, dazu ein, kostenlos und mit niedrigen Hemmschwellen immer wieder etwas Neues kennen zu lernen, was sie bislang vielleicht für langweilig oder gar verzichtbar hielten. Im KuK kann man einen Zugang dazu finden. Einmal mehr gelingt es Dr. Nina Mika-Helfmeier mit einer Ausstellung Klischees zum Thema Kunst, ganz subtil und im besten Sinne ad absurdum zu führen und präsentiert Visionen einer anderen Wirklichkeit.

Die Ausstellung „Gedeutete Welt und fragile Wirklichkeit“ auf drei Etagen des KuK in Monschau, Austraße 9, dauert bis Dienstag, 21.5.2013. Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.
(avl)

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(von links) Jan Dörre, Franz-Josef Hilsenbeck, Hilde Scheidt, Bettina Herlitzius, Matthias Ludwig, Christian Brandl, Dr. Nina Mika-Helfmeier

Foto und Fotogalerie: Bert van Londen

 

 

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