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Das KuK-Programm 2012 stellt sich vor

Das KuK-Programm für 2012 stellt sich vor

Jürgen Klauke  •  Regarding Düsseldorf 6  •  Martin Perscheid  •  Cartoon-Wettbewerb  •  Jim Rakete  •  Jürgen Schadeberg  •  Jack Goldstein


11. Februar bis 26. April: Jürgen Klauke

klaukeDer Mensch als ästhetisches Objekt und teils immens entpersonalisiertes Ausdrucksmittel von Intentionen, Gefühlen, ja sogar Kritik – das ist ein Blick, den der 1943 im rheinland-pfälzischen Kliding geborene Jürgen Klauke beherrscht wie kein anderer. Das Werk des seit 1968 in Köln lebenden Künstlers, den vor allem seine Fotografien bekannt gemacht haben, der aber auch mit (Video-)Performance arbeitet sowie Gouachen und Zeichnungen anfertigt, spricht in allen Schaffensphasen eine ganz eigene Sprache. Einzelausstellungen waren seit den 1970ern unter anderem in Berlin, Genf, Yamaguchi (Japan), Paris und Madrid zu sehen.
Theatralisch und gewisserweise dem Medium Foto entsprechend statisch, meist jedoch bewusst provokant sind seine Motive inszeniert und bis ins kleinste Detail durchdacht arrangiert. Ohne laute Gesten, indem er Körper, Umgebung und Licht als eine ganzheitliche Einheit mit Aussage präsentiert, wendet er sich Fragestellungen aus Politik und Gesellschaft zu. Jürgen Klauke kritisiert und kommentiert mit einer starken, ganz eigenen Symbolik und Bildsprache.

Die Exponate hängen im Parterre-Bereich, die Vernissage am Auftakttag beginnt um 16 Uhr.


3. März bis 29. April: Regarding Düsseldorf 6

701. Mehr als drei Ziffern sind nicht nötig, um Anhänger von Kunst und Kultur aus dem Großraum Düsseldorf hellhörig zu machen. Seinen ungewöhnlich abstrakten Namen hat der Verein der entsprechenden Straßenbahnlinie entlehnt und damit eine weitere Anbindung an die Rheinmetropole geschaffen.
Gegründet haben ihn Düsseldorfer Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, aber eben auch Kunst und Kultur im Jahr 2005. Seitdem sind sechs volle Jahre vergangen, und in die sechste Runde geht auch die ausgezeichnete Ausstellungsreihe Regarding Düsseldorf. 701 zeigt in diesem Querschnitt durch die Kunst verschiedener Genres von Schaffenden, die ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in Düsseldorf haben, an verschiedenen Ausstellungsorten die ganze Bandbreite junger Kreativer. Kuratiert von Pia Witzmann, öffnen Werke aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Installation, Video und Fotografie Gucklöcher auf die Perspektiven von Künstlern im Rheinland, die heute und morgen die Szene gestalten und beeinflussen. Perspektiven von mehr als 80 Künstlern hat die Schau bereits transportiert, zahlreiche von ihnen mittlerweile mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet.
Die Ausstellung will zeigen, wie vielfältig die Ansätze zeitgenössischer bildender Künstler ist – und wie breit aufgestellt sie mit ihrem Potenzial und ihren Ideen sind. Indem sie sich nicht bloß auf einen Bereich konzentriert, macht sie zudem die komplexen Strukturen und Möglichkeiten der Praxis erfahrbar. In Monschau zu sehen sind Werke von Ali Altin, Özlem Alltin, Andreas Bunte, Felix Burger, Yvonne Cornelius, Sarah-Jane Hoffmann, Liv Schwenk, Stefan Theissen und Herbert Willems.

Die Exponate hängen auf der ersten Etage, die Vernissage beginnt um 16:00 Uhr.


5. Mai bis 1. Juli: Martin Perscheid

perscheidBeamte, Polizisten, Pfarrer, Autofahrer, Hausfrauen, Eltern und Astronauten: Vor Martin Perscheid und seinem so kritischen wie heiteren Blick ist keiner sicher. Die langnasigen, oftmals recht korpulent-tolpatschig daherkommenden Figuren des 1966 in Wesseling nahe Köln geborenen Cartoonisten sind unverwechselbar. Und sie gehören nicht gerade in die Kategorie „Man liebt sie oder man hasst sie“, denn selbst die giftigsten Szenen haben etwas so Menschliches an sich und sind mit so viel Empathie gezeichnet, dass einfach jeder schmunzeln muss. Daher sind die Arbeiten des Max-und-Moritz-Preises, die unter dem Titel „Perscheids Abgründe“ regelmäßig in verschiedenen Medien publiziert werden, auch so beliebt. Alltagsprobleme mit dem Computer, dem Nachwuchs oder den lieben Kollegen thematisiert er gern und lädt damit jeden ein, sich in den meist einteiligen Bildgeschichten selbst wiederzufinden. Auch die gängigen Klischees – echte Kerle pinkeln im Stehen, Verheiratete vergnügen sich nicht mit-, sondern lieber ohne einander – bedient er mit einer gehörigen Portion Sarkasmus, was selbst den hartnäckigsten Irrglauben ad absurdum führt.
Eine Auswahl seiner Werke, denen er mit Witz und Einfallsreichtum stets eine ganz eigene Handschrift verleiht, ist in Monschau zu sehen. Die Schau begleitet als eigenständige Ausstellung den Cartoon-Wettbewerb, dessen beste Ergebnisse parallel auf der ersten Etage zu sehen sind.

Die Exponate hängen im Parterre-Bereich, die Vernissage beginnt um 16:00 Uhr im Rahmen der Preisverleihung des diesjährigen Cartoon-Wettbewerbs.


5. Mai bis 1. Juli: Cartoon-Wettbewerb 2012, „Wahrheit in der Politik“

Die Politik ist ein grandioses wie auch ergiebiges „Opfer“ von Cartoonisten. Viele Zeitungen drucken täglich eine satirische Sicht von Künstlern auf aktuelle Ereignisse und Entwicklungen, und bissig-provokant dürfen selbst die heikelsten Themen auf die Schippe genommen werden. Daher bietet sich das Thema „Wahrheit in der Politik“ als Leitmotiv für den 6. Internationalen Cartoonwettbewerb der StädteRegion Aachen in Kooperation mit dem Aachener Zeitungsverlag und KuK e.V. geradezu an. Nachdem im Vorjahr das Fußball-Thema „...bis zum Abpfiff“ den Blick auf die Welt des Sports gelenkt hat, dürfen die Teilnehmer diesmal also mit Politikern und deren Gebaren ein Hühnchen rupfen. Teilnahmeberechtigt sind, wie in den Vorjahren etabliert, alle volljährigen professionellen und Amateur-Zeichner weltweit. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Einsendungen zwar aus Deutschland kommen, aber auch sehr viele Kunstschaffende aus anderen Ländern Impulse geben: Hunderte erstklassige Cartoons liegen am Ende der Einsendefrist für gewöhnlich der Jury vor und machen die Wahl nicht leicht.
Ob Vorjahressieger Peter Zimmer wieder mitzeichnet? Gut möglich – die Politik unter die provokante Lupe zu nehmen, ist sicherlich für jeden Cartoonisten reizvoll.
Die Siegerbilder stehen natürlich im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Viele weitere Einsendungen, die ebenfalls sehenswert sind, begleiten sie bei dieser Schau.

Die Exponate hängen auf der ersten Etage, die Vernissage beginnt um 16:00 Uhr im Rahmen der Preisverleihung des diesjährigen Cartoon-Wettbewerbs.


7. Juli bis 23. September: Jim Rakete, „Vertraute Fremde“ und „Stand der Dinge“

jimraketeDer 1951 in Berlin geborene Künstler und Journalist ist einer der schillerndsten Senkrechtstarter der kreativen Szene. Und seit mehr als vier Jahrzehnten prägt und beeinflusst er gerade den Bereich Fotografie sehr stark, gilt zurecht als Ikone. Denn Jim Rakete kennzeichnet ein sehr eigener Stil und viel Eigenwilligkeit. Seine Prominentenporträts machten ihn weltberühmt, und vor seiner Linse hatte er schon alles, was Rang und Namen hat, von Jimi Hendrix bis zu den Berliner Philharmonikern, von Moritz Bleibtreu bis Annett Louisan. Auch die Neue Deutsche Welle und Musiker im Dunstkreis Berlins gingen in seinem Kreativlabor „Fabrik“ von 1977 bis 1986 ein und aus, Nena ebenso wie Die Ärzte. Später wurde er zum Pendler zwischen den Hauptstädten der deutschen und der amerikanischen Filmszene, Berlin und Los Angeles. Hier wie dort lichtete er Stars ab und gestaltete Musikvideos und Werbespots mit.
In Monschau ist die Serie „Stand der Dinge“ zu sehen, die 2009 bis 2011 entstand und eine Liebeserklärung an die deutsche Filmbranche ist. „Vertraue Fremde“ hingegen ist mit dem Präsentationsjahr 2007 etwas älter, aber nicht minder interessant: Jenseits von pompösen Requisiten und großen Inszenierungen zeigt er mit dieser Serie in Schwarz-Weiß Porträts bekannter Menschen, die auf diesen sehr intimen Aufnahmen jedoch ganz neue Seiten von sich offenbaren. Was seinen Fotografien stets gemeinsam ist: Jim Rakete zieht analoge Arbeitsweisen den digitalen stets vor.

Die Exponate hängen im gesamten Haus, die Vernissage in Anwesenheit des Künstlers beginnt um 16:00 Uhr. Weitere Informationen zu Jim Rakete unter www.eyed.de.


29. September bis 23. Dezember: Jürgen Schadeberg

jschadebergMit seinem „Vorgänger-Aussteller“ Jim Rakete hat Jürgen Schadeberg zwei Dinge gemeinsam: Er ist in Berlin geboren – und der Mensch im Allgemeinen und sein Gesicht im Besonderen fasziniert ihn besonders. Dennoch unterscheidet sich die Kunst des Fotografen und Filmemachers Jürgen Schadeberg gewaltig von der Raketes und jeder anderen. Unter anderem, weil ein Teil seiner Motive für den Wahl-Südafrikaner normal, für Mitteleuropäer jedoch mitunter exotisch sind: Aufnahmen, die den Alltag der Farbigen Einwohner Südafrikas zeigen, die Großen und die Kleinen dieser Kultur, haben ihn berühmt gemacht. Doch so weit er in seinem 80-jährigen Leben bereits gereist, so viel er herumgekommen ist, so vielfältig sind auch seine Werke. Eindrücke aus der mal verrauchten, mal lebensbejahenden Jazzszene, dokumentarische Momentaufnahmen vom Bau der Berliner Mauer, das Bunte und Laute der Swinging 60s und Flower-Power-70s in Großbritannien: All das und noch viel mehr ist und zeigt Jürgen Schadeberg. Meist sind es schwarz-weiße Fotos, doch ihnen fehlt es inhaltlich nie an Farbe. In Monschau ist ein Längsschnitt des bemerkenswerten Schaffens dieses Ausnahmefotografen zu sehen.

Die Exponate hängen auf der ersten Etage, die Vernissage beginnt um 16:00 Uhr.


27. Oktober bis 23. Dezember: Jack Goldstein, „Connections“

goldsteinJack Goldstein ist seit fast einem Jahrzehnt tot. Er starb 2003 in Kalifornien. Dennoch ist es so, als sei dieser 1945 im kanadischen Montreal geborene Konzept- und Performancekünstler immer noch da. Zumindest, wenn seine Kunst ausgestellt wird. „Eingespielt“ muss es richtiger heißen, denn seine Werke sind – die „salon paintings“ ausgenommen – selten statisch. Die Experimentalfilme und Audio-Files, an denen er in den 1970er Jahren seine Kreativität erprobte, waren damals revolutionär und bahnbrechend, sodass er sich schnell im Zentrum der sogenannten Pictures Group wiederfand. Wie er Requisiten aus der Filmindustrie zweckentfremdete und ihnen so ein ganz neues „Leben“ schenkte, machte ihn ebenso berühmt wie seine verstörenden Bilder und Filme, die teils Ideen aus der Psychoanalyse visualisieren, teils aus filmischen Fundstücken etwas Neues machen und sie aus dem Ursprungskontext komplett heraustrennen. In New York, wo er lange Zeit lebte und wirkte, war und ist sein Werk genau wie in London, Paris, Berlin und in vielen weiteren Magneten für Kunstschaffende und -liebende weltweit vielbeachtet und vielgeliebt. In Monschau vermitteln, unterstützt von der Galerie Anita Beckers in Frankfurt, unter anderem Gemälde und Videokunst, wie Jack Goldstein gleichzeitig abstrakt und realitätsverwurzelt Botschaften transportiert hat. Nicht zu sehen sind, „nur“ seine eigenen Werke, sondern auch solche zeitgenössischer Künstler, die sich von dem Kanadier haben inspirieren lassen oder dessen Arbeitsweisen nachempfinden – daher der Ausstellungsname „Connections“.

Die Exponate hängen im Parterre-Bereich, die Vernissage beginnt um 16:00 Uhr.

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