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5. CARTOON-WETTBEWERB 2011 (17.06.-17.07.2011)

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Ausstellung zum Cartoonwettbewerb 2011 „… bis zum Abpfiff!“

calendar  Eröffnung am 17. Juni 2011 um 16.00 Uhr im KuK Monschau
18. Juni 2011 um 17.00 Uhr in der Galerie ART ENGERT, Eschweiler
22. Juni 2011 um 18.30 Uhr im Kunstbunker, Mönchengladbach

Ausstellungsdauer: 17.06.2011 - 17.07.2011

Einführung durch Prof. Bernd Mathieu (Chefredakteur Aachener Nachrichten/Aachenr Zeitung).
Projekteitung: Dr. Nina Mika-Helfmeier / S16
Es erscheint ein Katalog zur Ausstellung. 


Beim fünften internationalen Cartoonwettbewerb der StädteRegion Aachen und des Zeitungsverlages Aachen „… bis zum Abpfiff!“ und der dazugehörigen Ausstellung dreht sich im Jahr der Frauenfußball-WM in Deutschland alles um das runde Leder.

Die Ergebnisse des Wettbewerbes werden in einer Ausstellung an drei verschiedenen Orten der Öffentlichkeit präsentiert.
Am Eröffnungstag, den 17. Juni, werden die Preisträger prämiert.

Ausstellungsorte:
KuK Monschau
Galerie ART ENGERT, Wilhelmstraße 73 g, Eschweiler
Kunstbunker, Heinz-Nixdorf-Str. 12, Mönchengladbach

Eintritt frei!

 

Preisträger des Cartoon-Wettbewerbs 2011

Plaudertaschen, Unterdrücker. Eitle Pfauen. Die Starken und die Schönen.
So sehen die besten Comiczeichner der Welt Frauen. Klischees? Ja sicher, manchmal sogar böse. Aber indem die Kreativen solche Klischees überziehen, entsteht Witz. Und witzig sind sie, all die Werke, die im Rahmen des 5. Internationalen Cartoon-Wettbewerbs der StädteRegion Aachen in Kooperation mit dem Aachener Zeitungsverlag und dem KuK e.V. unter der Lupe der Jury gelandet sind. Das Thema lautete im Jahr der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland sportlich „...bis zum Abpfiff“. Erfrischend unterschiedlich und mit oftmals unvorhergesehenen Denkansätzen interpretierten die rund 130 Teilnehmer aus 35 Ländern dieses Motto mit Farben auf Papier. Sie haben sich sprichwörtlich den Kopf und die Feder zerbrochen, resümierten die Veranstalter und Jurymitglieder zu der großen Spannweite, mit der die Zeichner ihre Originalität unter Beweis stellten. Viele Arbeiten sind speziell für den Wettbewerb entstanden.
Der Wettberwerb-Aufruf stieß mit insgesamt rund 400 Arbeiten unter anderem auch aus Australien, Indonesien, Usbekistan, Kolumbien und dem Iran auf große nationale sowie internationale Resonanz.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten; dennoch gelang es der Jury, sich einhellig auf die sechs besten der rund 400 Cartoons zu einigen. Einfallsreichtum, Humor, Tiefgründigkeit, Ästhetik, Umsetzung und eine unverwechselbare Handschrift in der Gestaltung der Figuren waren uns sehr wichtig - resümieren die Jurymitglieder: Professor Bernd Mathieu (Chefredakteur der „Aachener Nachrichten“ und „Aachener Zeitung“), Martin Sonntag (CARICATURA Kassel) und Martin Perscheid (Cartoonist) und Dr. Nina Mika -Helfmeier zusammen. Deutschland – Fußballland: Dieses Klischee zumindest entlarvte die Jury als Wahrheit, schließlich sind alle Sieger im Inland geboren.

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Den 1. Platz (Preisgeld 2.500€), hat sich ein gebürtiger Wuppertaler erzeichnet, den unter anderem schon der Gold Prize des International Cartoon Congress im japanischen Kyoto (2002) würdigte: Peter Zimmer gewinnt mit einer bissigen Interpretation einer „Schweigeminute“ - so der Titel des Cartoons. „Was für uns auffällig war, dass sie zwar alle der gängigen Vorstellung von Fußballerinnen mit kurzen Haaren und eher muskulöser Statur entsprechen, gleichzeitig aber auch dem Klischee der Frau: unübersehbare Oberweite, geschminkte Augen, gerötete Wangen, richtig adrett. Das war vielen anderen Einsendungen gemeinsam: Mit der Schönheit und ihren Begleiterscheinungen wie Schuhen, Taschen, Lippenstift, Frisuren haben die Kreativen gespielt und sie verwendet, um den Frauenfußball vom Herrenfußball abzugrenzen. Denn die Männer sind oft eher grobschlächtig, rüde, manchmal sogar richtig hässlich dargestellt. Diese Unterscheidung hilft gleichsam dabei, Klischees als solche zu indentifizieren und sich von ihnen zu entfernen, indem die Künstler sie dabei auf die Schippe nehmen.


2011platz2Das ist auch der Zweitplatzierten (2000 Euro) bestens gelungen: Anja Kress, die übrigens im Vorjahreswettbewerb ebenfalls den zweiten Preis errang, hat auf ihrem Bild „Das gleiche Trikot“ ein Phänomen, das eher aus der glamourösen Welt der Stars und Sternchen stammt, auf den Fußballplatz gebeamt. Nämlich die Missgunst und den Ärger, den Frauen (angeblich...) empfinden, wenn sie einer Geschlechtsgenossin begegnen, die das gleiche Kleid trägt. Mit düsteren Mienen und verstohlenem Seitenblick auf die jeweils andere stehen die drei Sportlerinnen der Zeichnerin vor dem Tor und haben alle nur einen verbissenen Gedanken: „Mist, das gleiche Trikot...“



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Das Aussehen steht bei dem Cartoon des Drittplatzierten (1000 Euro) ebenfalls die tragende Rolle: Anjo Haase hat ein prolliges Fan-Paar zu Papier gebracht, das dank Bierbauch, Unterhemd, krummen und lückenhaften Zähnen und wirrem Blick sofort die eindeutige Un-Sympathie des Betrachters erntet, wenngleich es selbst behauptet „So sehen Sieger aus“ - gleichzeitig Bildtitel. Das Kind, das nachdenklich neben den beiden steht und zu ihnen aufblickt, mag das Paar offenbar genauso wenig wie der Rezipient, denn es wiederholt in seinen Gedanken das Mantra „Ich muss verlieren“.



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Den Fußball nutzt Wolfgang Horsch, der sonst vor allem für seine Wirtschafts-Karikaturen bekannt ist, als Plattform, um endlich mal klarzustellen, wer in der Ehe hinter verschlossenen Türen die Hosen anhat. Genauer: die Schiedsrichterhosen. Die trägt auf dem Werk „Sein Platz“, das die Jury mit 500 Euro auszeichnete, zwar explizit keiner. Doch obwohl die Frau in den obligatorischen Haushaltskittel gekleidet ist und den Staubsauber in der Hand hält, steht sie in typischer Schiedsrichterpose am Rand des Teppichs, der wie ein Fußballfeld in Miniaturausgabe aussieht. Dort, wo das gegnerische Tor sein sollte, ist ein Fernseher platziert, anstelle des heimischen Tors döst ihr Mann bewegungslos auf einem Sessel. Und ist somit dem Urteil seiner Gattin ausgeliefert...



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Ob Fußball und Anspruch sich ausschließen? Diese Frage lässt Peter Gaymann, dessen Zeichnungen unter anderem regelmäßig in der Frauenzeitschrift „Brigitte“ die Leser zum Schmunzeln auffordern, zwar offen, haut allerdings mit seinem Cartoon „Arte“ (Auszeichnung mit 500 Euro) halb giftig und halb nachdenklich in die Wunde vieler Fußballfans. Schließlich gilt die Sportart nicht gerade als eine der komplexesten und intelligentesten, ist eher etwas für die breite Masse. Der indes fühlt sich die Frau nicht zugehörig, die gemeinsam mit ihrem Mann vor der Flimmerkiste hockt. Ihr Kommentar deutet an, dass sie sich gern zur Bildungselite zählt, die – so zumindest verbreitete Meinung – Kanäle wie Arte schaut, statt sich von seichter Unterhaltung berieseln zu lassen. Und was auf Arte kommt, kann nicht schlecht sein, oder? Wörtlich „schön gespielt“ habe daher die Mannschaft, die jüngst in einem Spiel auf diesem Sender zu sehen war, säuselt sie mit gespitzten Lippen ihrem gebannt ein Match verfolgenden Gatten ins Ohr. So unterstreicht sie gemeinsame Interessen, die augenscheinlich nicht vorhanden sind.



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Die weitere Auszeichnung, dotiert mit 500 Euro bekommt Burkhard Fritsche mit dem einzigen Gewinnercartoon, den keine Dame schmückt. Zwei Herren dafür, mit riesenhaft breiten Schultern, schmalen Hüften, ihrer Aufmachung zufolge kernige Vertreter des American Football, der nur dem Namen nach mit dem europäischen Fußball zu tun hat. Sie starren gelangweilt auf einen Bildschirm, über den ein Fußballer fetzt, und knurren verächtlich „Iss (sic!) nur so 'ne Mädchensportart“. Damit wäre wohl klar, welchen Status „Beckham in USA“ innehat – so heißt das Bild.


Diese sechs und Dutzende weitere mehr können Cartoonfans und solche, die es noch werden wollen, ab Freitag, 17. Juni, im Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen (KuK) in der Monschauer Austraße 9 bewundern. An diesem Tag startet mit der offiziellen Preisverleihung um 16 Uhr und anschließender Vernissage die Schau, die tatsächlich bis zum Abpfiff, also bis zum Finalsonntag der Frauenfußball-WM, 17. Juli, andauert.



Ausstellungseröffnung im KuK Monschau

Fotos: Bert van Londen

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Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen
Austraße 9
52156 Monschau
Telefon/Fax: 02472 - 803194
info@kuk-monschau.de

Öffnungszeiten:
Di - Fr: 14.00 - 17.00 Uhr
Sa, So: 11.00 - 17.00 Uhr
Montags geschlossen
Parken direkt am Haus auf der Straße oder im Parkhaus möglich.


KuK Monschau

 
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