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UmArt 2004 (26.06. - 08.08.2004)

umart

Wanderausstellung UmArt 2004

calendar Eröffnung am 26. Juni 2004 um 15.00 Uhr.

Ausstellungsdauer: 26.06. - 08.08.2004

Die KünstlerInnen des KuK haben für die Ausstellung „UmArt" Arbeiten und Objekte konzipiert in denen das Thema Umwelt eine zentrale Rolle spielt. Inhalt der Ausstellung sind verschiedene Arbeiten aus recycelten und recycelbarem Materialien wie Textilien, Glas, Verpackungen und Fundstücken (wie weggeworfenem Müll) aus der Natur, die in den vielfältigen Werken wie Skulptur, Collage, Installation, Designobjekte, Zeichnung und Malerei einen schonenden Umgang mit Ressourcen thematisieren.

A.M. Can
Für die Ausstellung „UmArt" hat sie fünf Stelen aus Restmaterialien geschaffen. Nicht benötigte Plastikverschlüsse, in Werkstatt und Haushalt verbrauchte Spülschwämme und Dochthalter sind die Ausgangsmaterialien, die hier bildnerisch und plastisch verarbeitet eine neue eigene Poesie entfalten.

Ihre künstlerische Auseinandersetzung begreift sie immer auch politisch: „Das eine ist das Nachdenken und kritische Hinterfragen vom Umgang mit Abfall und Natur. Das andere ist der Reiz eines bestimmten Materials an sich, der mich anspricht und mich veranlasst zu sammeln, eine Korrespondenz zwischen dem Material und mir aufzunehmen und in eine künstlerische Formsprache zu transponieren."

Mele Brink
Beschäftigt sich in ihren Cartoons mit vermeidlichen Realitäten. Und karikiert unser ökologisches Bewusstsein. Ein hoffentlich karthatisches Lachen zeigt uns aber schnell die Notwendigkeit, unseren eigenen Umgang mit Natur und Müll zu ändern und beschreibt die kleinen Kreisläufe in einem Wirrwar von verschiedenen Systemen.

Nicole Langen
zeigt für „UmArt" filigrane Skulpturen aus Papier. Diese orientieren sich an ihrer Arbeitsweise als Schmuckdesignerin und beschäftigen sich mit dem menschlichen Körper und der Bedeutung des Schmückens in unserer Gesellschaft als Ausdruck des Konsums. Ihre analytische Arbeit ist somit ein Versuch, die westliche Wegwerfgesellschaft auf persönliche Werte zu beziehen und zu hinterfragen.

Karin Koch-Lawniczak
Wenn aus den sterbenden Dingen der Natur Neues erwächst.

Karin Koch-Lawniczak steht mit ihrer Malerei in der Tradition des deutschen Informel.
Ihr malerisches Oeuvre besticht durch seine andauernde Präsenz und Aura, unabhängig von vergänglichen, sich wandelnden Trends. Die zahlreichen Ausstellungen der Künstlerin im In- und Ausland verweisen unter anderem auch auf die wachsende Bedeutung der informellen Malerei in der Kunst.

In der Ausstellung UmArt zeigt Karin Koch neue Arbeiten: Materialcollagen aus alten Schranktüren, Papier, Schilfrohr, Rosenblüten, Rostige Nägel, Acryl und Pigment.
Die Fundstücke und weggeworfenen oder dem Verfall preisgegebenen Dinge werden in ihren Arbeiten in eine neue Sinnhaftigkeit überführt und erhalten in Verbindung mit Farbe neue Schönheit.

Die Kunstwerke adeln die Materialen und verweisen auf deren ursprüngliche Bedeutung. Schilf filtert Schadstoffe aus stehenden Gewässern und ist unerlässlich in einem funktionierenden Ökosystem. Alltägliche Dinge, wie Nägel oder alte Türblätter werden von der Künstlerin recycelt und erhalten dadurch eine neue Wertstiftung.

Keine Pflanze ist wohl emblematischer aufgeladen als die Rose: Sie gilt in vielen Kulturkreisen als schönste Blume, Sinnbild für die Jungfrau Maria, das purpurne Rot ist königliche Farbe. Die in die Farbkontraste aus Blau und Gelb eingebetteten Rosenblätter erscheinen in ihrer vergangenen Schönheit und Vollkommenheit als Vanitasstilleben und Reliquienzitat. In der Auseinandersetzung mit den Werken von Karin Koch spürt man unwillkürlich den Kreislauf aus Schöpfung und Vergänglichkeit.

Rita Lü
Die Arbeiten der Reihe „Im irdischen Garten" berichten von Mensch und Natur als Partnern in einem gemeinsamen System gegenseitiger Beeinflussung und Abhängigkeit. Die Skulpturen wollen von der Schönheit erzählen, die in dieser Zusammengehörigkeit zu finden ist und von der Gefährdung, die ein rücksichtsloses, oft von technischen und finanziellen Verlockungen bestimmtes Eingreifen in das gemeinsame System des irdischen Daseins bedeutet.

Fisch schnappt Mensch: wenn die Natur allzu sehr mißbraucht und ausgebeutet wird, schlägt sie zurück. Gleichzeitig transportiert die Formensprache der wellig geschwungenen, harmonisch miteinander fließenden Stahl- und Freiflächen der Arbeit „Von Fischen und Menschen" aber auch diesen Inhalt: Mensch und Natur gehören zusammen, gehen ineinander über. Im Guten wie im Üblen.

Jeanne Püttmann
Der Text spielt auf den Umgang mit der Luft, die uns umgibt, an. Wir sind es gewohnt, dass sie da ist – wir halten es für selbstverständlich, jeden Tag saubere Luft zu atmen – niemand denkt darüber nach, was wir ohne sie wären.

Das Konservenglas, selbst mit Luft gefüllt, spielt des weiteren auf den Umgang mit Rohstoffen an. Die gute, alte Mehrwegverpackung hat ausgedient. Es dominiert bunte, Umwelt unfreundliche und schnelllebige Verpackung. Sie sind teuer – werden gekauft und sofort danach wieder weggeworfen. Rohstoffe werden gedankenlos verschleudert.

Der Betrachter soll durch das Lesen des Textes selbst erkennen, worum es sich bei dem Werk handelt. Er soll zum Nachdenken angeregt werden und merken, dass das Selbstverständliche eigentlich das Wertvollste ist, was wir besitzen.

Tim Strunk
Zeigt mit seiner Designarbeit, wie vielseitig Wiederverwertung von Reststoffen und Materialien sein kann und welcher Reiz von vermeintlich unbrauchbaren Dingen ausgehen kann. Müll als kreatives Potenzial.

Hildegard Zieger
Glas gilt als, ist ein wertvoller Rohstoff im Dualen System (Grüner Punkt). Das meist grüne Logo ist allgegenwärtig auf Glasflaschen, Verpackungen, Glas- und Papiercontainern.

Die Arbeit von Hildegard Zieger ist eine Auseinandersetzung und Analyse unseres Umgangs mit dem Rohstoff Glas. Ausgangsmaterial für Ihre Arbeit „Blauer Kreislauf" sind leere blaue Glasflaschen, die z.B. als Verpackung für Kosmetika oder Wein (sehr beliebt bei Proseccoerzeugern) und anderen Getränken verwendet werden.

Die Arbeit thematisiert den Kreislauf im Allgemeinen, symbolisiert durch den Kreis. Die Glassäulen bilden in dieser Anordnung ein Rechteck bzw. ein Quadrat; solch eine Anordnung verweist daher unwillkürlich auf die Quadratur des Kreises und damit auf mathematische Gesetzte. Die gläsernen Säulen mit ihrem Kristalinen Inhalt der Glasscherben verstärken die metaphorische Sinnstiftung der Farbe Blau auf das Unendliche, den Horizont und die weiten des Himmels, die wiederum als Verpackung das Reine und Frische ausdrücken soll. Der künstlerische Ansatz spielt nicht nur mit dem Material und Formen, sondern verweist auch auf die Symbolkraft von Zeichen und Farben.

Gerade diese blauen Flaschen, die Hildegard Zieger verwendet, sind meistens ohne Pfand versehen, d.h. nach Gebrauch werden sie weggeworfen. Die Mülltrennung und das Recyceln wertvoller Rohstoffe ist längst Standart in den meisten Haushalten. An vielen zentralen Orten einer Stadt werden hierfür Sammelcontainer aufgestellt, vor allem für Glas und Papier. Um die bestmögliche Widernutzung zu erzielen, werden Glasflaschen und Glasgefäße farblich getrennt gesammelt, nach grünen, braunem und weißem Glas. Blaue Flaschen stehen häufig vor den Glascontainern, weil sie nicht eindeutig zuzuordnen sind.

Diese Flaschen hat Hildegard Zieger gesammelt und sie einem andersartigen Kreislauf zugeführt. Zerkleinert bilden die Scherben der blauen Glasgefäße einen neuen künstlerischen Kreislauf, abgesetzt durch Scherben zerkleinerter klarer Glasscheiben aus alten Schranktüren oder Fensterscheiben, kaputten Tischplatten oder Bilderrahmenglas um nur einige Beispiele zu nennen. Dieser Glasabfall ist für die meisten Privathaushalte nur schwer dem Recyclingsystem zuzuführen, so findet Hildegard Ziger solche Glasscheiben oft im Sperrmüll und verwendet sie für ihre Glasobjekt, Arbeiten und Installationen und führt sie so einer neuen Bestimmung zu.

Durch diesen Ansatz sollen assoziative Prozesse beim Betrachter in gang gesetzt werden, mit dem Versuch Zusammenhänge von komplexen Systemen und ihren Wechselwirkungen aufeinander anzudeuten. Kurz gesagt, was wird recycelt und wieso? Wer bestimmt welcher Rohstoff wertvoll ist und dem Dualen System (Wieder- oder Weiterverwertung) zugeführt wird? Schont das trennen von Müll unsere Ressourcen und Umwelt?

Thorsten Hinz, künstlerischer Leiter

Eintritt frei!

Fotos der Ausstellung

Fotos: Bernd Held


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