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Start · KuK-Veranstaltungen · Veranstaltungen 2006 · B. HELD & W. HERBOLD (06.05. - 04.06.2006)

B. HELD & W. HERBOLD (06.05. - 04.06.2006)

heldherbold

Bernd Held und Wolfgang Herbold: SERENDIPITY-EFFEKT

calendar Eröffnung am 6. Mai 2006 um 16.00 Uhr.

Ausstellungsdauer: 06.05.2006  - 04.06.2006

Unter „Serendipity" versteht man die Fähigkeit, durch Zufall und Scharfsinnigkeit Entdeckungen und Beobachtungen zu machen, nach denen man nicht gesucht hat. „Serendipity" bezeichnet die vorurteilsfreie Offenheit, die es ermöglicht, einen Zufall für eine überraschende Entdeckung, Erkenntnis oder Einsicht zu nutzen. Neben dieser Fähigkeit bezeichnet das Wort „Serendipity" auch die Erfahrung, dass man auf der Suche nach einer Information in einem Nachschlagewerk oder im World Wide Web zufällig auf eine interessante Entdeckung aufmerksam werden kann, nach der man gar nicht gesucht hatte. Man schweift vom ursprünglichen Ziel der Suche ab und bleibt bei einem zufälligen Fund hängen, der anregend und bereichernd sein kann. „Serendipity" bezeichnet also zugleich eine Geisteshaltung (Forschergeist) und deren Ergebnis (Entdeckerfreude).

Die Arbeiten von Bernd Held und Wolfgang Herbold gehen diesen Weg.

Eintritt frei!


 


BERND HELD

1968 geboren in Schwandorf/Bayern. Nach dem Fachabitur Studium Chemieingenieurwesen, Fachrichtung Nuklearchemie, anschließend Visuelle Kommunikation, Fachrichtung Grafik-Design an der Fachhochschule Aachen. Ab 1991 als Illustrator tätig, seit 1998 freiberufliche Tätigkeit als Grafik-Designer für verschiedene Agenturen und Kunden. Nach einer Anstellung als Multimedia-Designer Gründung von HELD KOMMUNIKATIONSDESIGN im Jahre 2001 und HELD MEDIA im Jahre 2006 in Herzogenrath. Seit 2002 ein Büro/Atelier im KuK Monschau.

Ausstellungen + Projekte (Auswahl):
1998 – „Bewegte Typographie - Bewegung beeinflußt Schrift"
Interaktive Installation, die auf Bewegungen des Besuchers reagiert.
1998 – Teilnahme am Projekt „SUB-ART - Kunst unter Wasser" in Kroation.
1999 – „World Wide Flags": Teilnahme mit zwei Kunstfahnen. Ausstellung in Aachen, Liege, Brüssel und Knokke.
2000 – „50 Jahre Karlspreis Aachen": Teilnahme am gleichnamigen Multimedia-Projekt. Ausstellung u.a. in Aachen, New York, Liege.
2001 – „Farbrauschen - Multimediales Interface einer Geräuschkulisse": Multimedia-Anwendung zum optischen Komponieren von Geräuschen.
2004 – „active ingredients": Teilnahme mit einer Multimediaarbeit an der Ausstellung von Rita Lü im KuK Monschau.
2005 – „Clara Viebig-Projekt": Teilnahme an der Ausstellung mit einer fünfteilgen Fotoserie. Ausstellung u.a. in Monschau.
2005 – „Ausstellung im Amts- und Landgericht Aachen": Teilnahme mit zwei digitalen Kompositionen.
2005 – „Kunst und Musik": Teilnahme mit zwei Fotografien an der Ausstellung deutscher und belgischer Künstler im
Aukloster Monschau.
2006 – „SERENDIPITY-EFFEKT": Ausstellung mit Wolfgang Herbold im KuK Monschau.

Arbeitsweise:

In der künstlerischen Arbeit von Bernd Held sind Fotografien kein Abbild und keine Dokumentation, sondern Ausgangsmaterial für eine freie manchmal interpretative Arbeit.

In seiner Auswahl zur Ausstellung „Serendipity-Effekt" sind die wesentlichen Merkmale dieser Arbeit das Suchen und (Er)finden. Das zufällige Entdecken von gestalterischen Lösungen wird zur konstruktiven Methode. Bernd Held nutzt dazu die digitale Bildbearbeitung virtuos als Werkzeug für seine Collagen und Metamorphosen. Für ihn sind diese neu erschaffenen Realitäten keine Zufälle mehr, sondern ein alternatives Bild der Wirklichkeit. Realität ist für Bernd Held – und hier ist er ganz Konstruktivist – eine kommunikative Vereinbarung auf eine gleiche Beschreibung der Wahrnehmung.

Wir alle wissen, dass diese Vereinbarungen schnell ihre Gültigkeit verlieren wenn beispielsweise der emotionale Filter Liebender oder Streitender in einem Zufall (im wahresten Sinne des Wortes) die Wahrnehmung verändert. Insofern sind die gezeigten Arbeiten eine Einladung die Zufälligkeit in Realität und Konstruktion zu entdecken.

(Winfried Kock)


WOLFGANG HERBOLD

Geboren 1967 in Köln. Nach Buchhändlerlehre, Studium der Visuellen Kommunikation an der Fachhochschule Aachen; Diplomthema: „Digital Mapping – Zeichenwege zur menschlichen Natur – Ein visueller Versuch zur Überwindung der Fotografie". Seitdem Arbeit als freier Künstler.

Gruppenausstellungen
1997/1998 – „Someone else with my Fingerprints.": David Zwirner Gallery, New York / Galerie Hauser & Wirth, Zürich / August Sander Archiv-SK Stiftung Kultur, Köln
2000 – „Deep Distance – Die Entfernung der Fotografie." Kunsthalle Basel
2001 – „Passagen – Interior Design." Internationale Möbelmesse, Köln 2001
2001 – „Die Kunst gesehen zu werden." Neuer Aachener Kunstverein. Aachen
2001 – „Superman in bed". Kunst der Gegenwart und Fotografie, Sammlung Schürmann. Museum am Ostwall. Dortmund
2002 – „Seoul International Media Art Biennale – media_city seoul". Seoul Museum of Art. Seoul, Korea 2002
2003 – „Seduction – Verführung". OMC Galerie Düsseldorf
2004 – „Interkontinental". OMC Galerie, Düsseldorf
2006 – „SERENDIPITY-EFFEKT". Ausstellung mit Bernd Held im KuK Monschau.

Einzelausstellungen
2001 – Solarzentrum der Fachhochschule Aachen, Jülich
2001 – OMC Galerie, Düsseldorf

Kunstmessen
• KunstKöln 2002
• KunstKöln 2003
• art.fair Köln 2003
• ART Rotterdam 2004
• art.fair Köln 2004
• artLA, Los Angeles 2006

Sammlungen
Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann, Aachen

Bibliographie
• s.e.w.m.f. – Someone else with my Fingerprints, Köln 1997, Katalog
• Deep Distance – Die Entfernung der Fotografie, Kunsthalle Basel, Basel 2000, Katalog
• Das Örtliche Telefonbuch 2000/2001 für Jülich und Umgebung.
• art_news, wallpaper Magazin, April 2001.
• media_city seoul 2002 – The 2nd Seoul International Media Art Biennale, Katalog
• Wolgan Misool – The Art Magazine, November 2003

Arbeitsweise:

Wolfgang Herbold nutzt die digital gewordenen Reproduktionsverfahren in der Fotografie für ein visuelles Experiment. Fotografien von realen Situationen werden digital aufgenommen und mittels verschiedenster Scan-Programme gelesen, berechnet und weiterverarbeitet. Der Prozess führt zu Bildern, die mit den ursprünglichen Motiven nichts mehr gemeinsam haben, stattdessen abstrakten Gemälden, zeichnerischen Diagrammen oder konstruktiven Erfindungen ähnlich sind.

Das Zeichnen ist eine Weiterführung der bisherigen künstlerischen Arbeit, die im Wechselspiel mit den Welten des Computers, des Fernsehens und anderer elektronischer Medien stattfindet. Die Resultate visualisieren einen Entwicklungsprozess zwischen Zeichnung, écriture automatique und digitalen Umwandlungsprozessen (siehe S. Fabo „Zabriskie Points - Eine Kartographie der Fragmente").

Die kreative Nutzung aller bildproduzierenden Apparate findet ihren Widerhall in den chaotischen und doch geordneten Welten seiner Darstellungen. Über die Erfahrungen im Alltäglichen, zwischen Ordnung und Chaos wird der Betrachter auf Entdeckungsreise geschickt. Es ist eine Welterschaffung durch freie und geordnete Pinselstriche, die wissenschaftlich-technische „profane" Ikonografie wird dabei spielerisch als Ausgangsbasis genutzt.

Wenn die Zeichnung die unmittelbare, persöhnliche Ausdrucksform im Übergang vom Schreiben zum virtuosen Umgang mit dem Stift ist, wie sehen dann die „Be-"Schreibungen wissenschaftlich-technischer Abläufe und Zustände aus? Und wie lassen sie sich auf die reale Welt übertragen und die reale Welt wiederum mit ihr beschreiben.

Unter Wahrung ihrer Unmittelbarkeit soll mittels der Zeichnung versucht werden, die wissenschaftliche Ikonografie und ihre Bildwelten auf alltägliche Situationen anzuwenden. Dabei soll aber nicht eine pseudowissenschaftliche Ersatzwelt erstehen. Vielmehr ist es die Erweckung und Erschaffung reduzierter, jedoch faszinierender, surrealer Elementarwelten.


ZUR AUSSTELLUNG "SERENDIPITY-EFFEKT"

„Serendipity bezeichnet (...) zugleich eine Geisteshaltung (Forschergeist) und deren Ergebnis (Entdeckerfreude)."

Die Arbeiten von Bernd Held und Wolfgang Herbold in dieser Ausstellung haben trotz aller Unterschiede den „Serendipity-Effekt" gemein - durch Zufall und Scharfsinnigkeit eine Entdeckung zu machen, nach der man ursprünglich nicht gesucht hat.

Die Arbeiten von Bernd Held spielen mit der zu sehenden Wirklichkeit. Durch Wiederholungen und extreme Vergrösserung entstehen neue Strukturen und Formen, die in einem zufälligen und abstrakten Ergebnis enden. Ausgangspunkt ist in der Regel ein bereits vorhandene. Foto. Diese Darstellung wird unter Berücksichtigung seiner jeweiligen Eigenheiten in eine neue Darstellungsform gebracht, die jedoch völlig anders aussehen kann. Trotzdem beinflusst die Bildstruktur des Ausgangsmateriales das Ergebnis. Bildgebende Mittel sind die Reduktion, die Wiederholung, die Interpolation von Farbe und Helligkeit und die Transformation der Räumlichkeit.

Wolfgang Herbold entdeckte seine Serendipity-Arbeitsweise zufällig auf der Suche nach rasterelektronischen Aufnahmen im World Wide Web, die er als Ausgangsmaterial für neue phantastische Welten verwenden wollte. Er sties dabei nicht nur auf interessante Bilder sondern auch auf verschiedene Verfahren der Bildgewinnung die ihn zu eigenen Experimenten anregten. Er begann damit Fotoabzüge mittels verschiedener Scanprogramme neu einzulesen. Bei der weiteren Untersuchung des Ausgangsmaterials stellte er fest, dass jedem Bild bisher noch unsichtbare Ansichten innewohnen, die weit mehr als oberflächlich sind. Das Spektrum der digitalen Werkzeuge, die Wolfgang Herbold für seine Bildkompositionen verwendet, ist ausgesprochen reichhaltig. Die für die Bearbeitung eingesetzten mathematischen Rechenoperationen lassen eine Vorausschau oft nur sehr unbefriediegend zu. Diese unsichtbare Bearbeitung enthält aber oft das Potenzial neuer Ansichten und Einsichten. Ganz im Sinne von Serendipity setzt auch Wolfgang Herbold diese gezielten Zufallsfunde gekonnt ein um zu seinen Bildern zu gelangen. Die neuen Ansichten ähneln aufgrund ihres Herstellungsprozesses am Rechner vielleicht manchmal an wissenschaftliche Darstellungen. Die Stiftführung des Künstlers, die nach wie vor Handarbeit ist, wirkt aber auch in diesen digitalen Welten als unverkennbare zeichnerische und malerische Spur.

Mit ihren Arbeiten bieten Bernd Held und Wolfgang Herbold nicht nur geschlossene Werke sondern auch einen Einblick in ihre individuelle Idee und Handschrift. 


Fotos der Ausstellung

Fotos: Bernd Held

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